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Jahresbericht 2012 des Stadtbrandinspektors

Wieder ist ein Jahr vorüber, für uns aber auch eine Wahlperiode von fünf Jahren. 
Fünf ereignis- und einsatzreiche Jahre. Keine Angst ich werde jetzt keinen Fünf- Jahresrückblick geben. Aber ich möchten allen Danken die uns die letzten Jahre unterstützten.


Einsätze

 

Im abgelaufenen Berichtsjahr 2012 wurde die Feuerwehr Langen zu 448 Einsätzen gerufen. Dies sind nur halb so viele Einsätze wie im Jahr 2011. Aber 2012 waren keine Stürme oder Unwetter zu verzeichnen und trotzdem hatten wir einige Stunden für die Einsätze aufzubringen.
Die Einsätze im Berichtsjahr gliedern sich wie folgt:

 

►  117 Bandeinsätze
►  235 Hilfeleistungen
►    96 Fehlalarme

Brandeinsätze

 

Die vorgefundenen Einsatzlagen bei den Bränden ergaben folgende Klassifizierung:

 

►   3 gelöschte Feuer bei Eintreffen
► 30 Kleinbrände A
► 54 Kleinbrände B
► 18 Mittelbrände
► 12 Großbrände

 

Das Jahr 2012 begann spektakulär. Am 01.01.2012 um 15:48 Uhr bekamen wir die Meldung eines Tiefgaragenbrandes in der Rheinstraße. Möbel waren in der Tiefgarage in Brand geraten, es entwickelte sich rasend schnell eine enorme Hitze, die Sichtweite im Rauch betrug nur wenige Zentimeter. Bis zu 180 Einsatzkräfte kämpften zwei Tage gegen das Feuer.  Die Feuerwehren aus Dreieich, Neu-Isenburg, Egelsbach, Rödermark und Rodgau eilten uns zur Hilfe, dennoch entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe.

 

Tiefgaragenbrand am 01.01.2012

 

Wenige Tage später brannte es das erste Mal in der Psychiatrie des Krankenhauses. 2012 brannte es insgesamt drei Mal in dieser Einrichtung. Zwei Mal wurde an fünf Stellen gleichzeitig gezündelt, schlimmeres konnten wir Dank des schnellen Eingreifens verhindern.

 

Auch zahlreiche Waldbrände machten uns 2012 zu schaffen, 12 mal fuhren wir von März bis Juni in den Wald.  Es galt teilweise mehrere tausend Quadratmeter zu löschen. In drei Fällen brannten im alten Munitionsdepot der Amerikaner bis zu 5000 Kubikmeter gestapeltes Industrie-holz.  Hier halfen uns wieder die Feuerwehren aus der Umgebung.

 

Ende Juni mussten dann ebenfalls wieder mehrere Hundert Kubikmeter Altholz auf dem alten Autobahnrastplatz der A661 gelöscht werden. Nur mit Unterstützung anderer Feuerwehren konnte ein Pendelverkehr zur Wasserversorgung aufgebaut werden.

 

Immer wieder heißt es, wenn wir den Brandschutz für Langen nicht mehr sicherstellen können, müssen wir halt die Nachbarkommunen um Hilfe bitten.

 

Alleine 2012 bekamen wir bei 20 Einsätzen Hilfe anderer Feuerwehren. Im Gegenzug konnten wir uns aber nur fünf mal revanchieren. So halfen wir unter anderem in Dreieich-Götzenhain bei einem Bauerhofbrand und in Mörfelden-Walldorf bei einem Lagerhallenbrand aus. Wir müssen aber aufpassen, dass wir die Nachbarfeuerwehren nicht über-strapazieren, sind hier doch die selben Probleme mit der Tagesalarmsicherheit zu verzeichnen wie bei uns.

 

Lagerhallenbrand in MörfeldenWalldorf

 

Viele Brandeinsätze 2012 waren auch Wohnungs- und Kellerbrände. So brannte das Dach des Ausflugslokals Hotz, es gab einen Wohnungsbrand im Steinweg, einen Kellerbrand in der Dieselstraße und einen Bürobrand in der Voltastraße, um hier nur einige zu nennen.

2012 wurden von uns 77 Personen bei Bränden gerettet. Es gab einige Verletzte, aber glücklicherweise kamen bei den Brandeinsätzen keine Personen ums Leben.

Fünf Feuerwehrkameraden verletzen sich 2012 bei Brandeinsätzen, allein drei bei dem Tiefgaragenbrand in der Rheinstraße. Hier kam es zu Hitzeerschöpfungen und einem Kreislaufzusammenbruch auf Grund der enormen Hitze.

Es gilt auch weiterhin alles zu tun um Unfälle dieser Art zu vermeiden, es darf daher weder an Einsatzkleidung noch an modernem Gerät gespart werden.

Technische Hilfeleistungen

 

Die 235 Hilfeleistungen teilten sich wie folgt auf:

►  11 Amtshilfe für Polizei etc.
►    1 Einsatz auf Gewässern
►    4 Gefahrguteinsätze
►  48 Ölspuren oder Auslauf von
           Betriebsmitteln
►    3 Sturm- und Unwettereinsätze
►  22 Tiereinsätze
►  83 Einsätze zur Menschenrettung
           Türöffnung/Unterstützung  Rettungsdienst
► 25  Verkehrsunfälle
► 38  sonstige Hilfeleistungen

Bei den Hilfeleistungen konnten von uns 120 Personen gerettet werden. Bei  diesen Einsätzen wurden 127 Personen verletzt und drei Personen konnten nur noch tot geborgen werden.

Eine spektakuläre Meldung bekamen wir am Morgen des 19. Januar 2012: ein „Giftanschlag“ im Regionalexpress nach Frankfurt. Zahlreiche Personen klagten über Reizungen und Atemnot. Am Bahnhof trafen wir dann auf mehrere Personen die nach Erhalt eines Briefes über diese Symptome klagten. Der Zug war bereits weiter nach Frankfurt in den Hauptbahnhof gefahren.

Wir arbeiteten diesen Einsatz gemäß der vorgegeben Regeln ab. Im Krankenhaus wurde eine Isolierstation eingerichtet und die Verletzten von uns dekontaminiert.  Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Krankenhaus klappte reibungslos. Glücklicherweise stellte sich nach Ermittlungen der Polizei der Einsatz später als übler Scherz mit Massenhysterie heraus.

2012 lag der Schwerpunkt der Hilfeleistungseinsätze erneut auf Patienten-rettungen.  31 Personen mussten wieder über die Hubrettungsfahrzeuge schonend zu Boden gebracht werden.

Es gab zudem zahlreiche Verkehrsunfälle. Auf der B486 gab es z.B. am Abzweig nach Dreieichenhain einen Abbiegeunfall und eine nächtliche Kollision eines LKW mit einem PKW in Höhe der Eisenbahnbrücke. Auf der Frankfurter Straße nahm ein PKW einem Linienbus die Vorfahrt und verursachte so einen Zusammenstoß.

Verkehrsunfall auf der B486

Zweimal halfen wir der Feuerwehr Egelsbach bei Flugzeugabstürzen. Im Dezember wurde eine Person kurz vor dem S-Bahnhof DFS in Langen von einem Zug erfasst.

Ein Kind wurde aus dem Geländer der Post befreit, in welches sich das Knie des Kindes beim Turnen verkeilte.

Auch im letzten Jahr hatten wir Unfälle mit Gefahrgutaustritt. Gleich zweimal mussten wir bei einer undichten Sauerstoffflasche bei einem Beatmungspatienten tätig werden. Ein anderes Mal galt es ein undichtes Fass eines Gefahrguttransportes auf der A 661 zu bergen.

Im Dezember pumpten wir dann noch einmal ca. 800.000 Liter Wasser aus dem Keller eines Neubaus, weil eine Pumpe des neuen Schwimmbads undicht war.

Fehlalarme

 

Im Jahr 2012 gab es folgende Fehlalarme:

► 64 Brandmeldeanlagen
► 14 blinde Alarme
►   6 böswillige Alarme
► 19 Fehlfahrten in Bereitstellung

 

Bei den zahlreichen Fehlalarmmeldungen 2012 über die Brandmeldeanlagen, wurden aber auch wieder einige Feuer über diese Einrichtungen gemeldet.

So wurden mehrere Feuer in der Psychiatrie und ein Brand in einem Bürogebäude über die BMA gemeldet. Auch private Rauchmelder führen zu Fehlalarmen, wenn diese durch den Nachbarn gehört wurden. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass sich auch bei uns schon Personen durch den Alarm eines Rauchmelders rechtzeitig retten konnten.

Alarme dieser Art werden zunehmen. Dies ist aber meiner Meinung nach tolerierbar, wenn dadurch Menschen gerettet werden können.

Hilfsfristen

 

Im Berichtsjahr gab es 305 Einsätze mit Dringlichkeit. Hierbei wurden nach den Auswertungen der Überschreitungen, z.B. ob der Einsatz in unserem Gebiet oder außerhalb liegt, oder wir auf den Hubschrauber warten mussten usw), elf Überschreitungen festgestellt. Das macht eine prozentuale Überschreitung von 3,61% oder einen Ereichungsgrad unserer Ziele von 96,39 %.

Es wird immer schwerer unsere Ziele von einem Erreichungsgrad von mindestens 95% zu erreichen. Gerade die Tagesalarm-

stärke sinkt und die Verkehrsbedingungen werden schlechter, hier gilt es in Zukunft an Lösungen zu arbeiten um die Ziele zu erreichen.

 

Personal

 

Wir begannen das Jahr 2012 mit 94 aktiven Mitgliedern. Im Laufe des Jahres gab es vier Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Es kamen fünf neue Feuerwehrleute aus anderen Feuerwehren und vier Seiteneinsteiger.  Dem gegenüber standen eine Übernahme in die Ehren- und Altersabteilung und sieben Austritte aus der Feuerwehr, eine Person wurde aus der Feuerwehr ausgeschlossen Dies gibt zum 31.12.2012 einen Stand von 98 Mitgliedern in der Einsatzabteilung, davon zwölf Frauen.

Die Mitglieder der Einsatzabteilung hatten 2012 ein Durchschnittsalter von 33 Jahren.

Unser Ziel von 100 Mitgliedern in der Einsatzabteilung hatten 2012 schon erreicht, aber leider mussten uns kurz vor Jahresende noch zwei Feuerwehr-angehörige aus beruflichen Gründen verlassen. Schon mehrfach haben wir darauf hingewiesen, dass es für die typischen Feuerwehrberufe in Langen und Umgebung kaum Arbeitsplätze gibt.

Es müssen daher verstärkt Personen bei der Verwaltung oder dem Bauhof der Stadt untergebracht werden, die der Feuerwehr im Einsatzfall zur Verfügung stehen. Dies liegt aber noch in weiter Ferne, werden doch heute schon Bedienstete der Feuerwehr von ihren Vorgesetzten gefragt, wo sie ihr Geld verdienen.

Die Tagesalarmbeteiligung liegt zur Zeit im Schnitt zwischen 15 und 20 Personen bei einem Vollalarm. Um die Zahl zu halten oder zu verbessern sind laut unserer Berechnung für den Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan 136 Mitglieder notwendig, diese Personenzahl können wir aber derzeit nicht in unserer Wache unterbringen.

Die Tagesalarmsicherheit stellt auch andere Kommunen vor große Probleme.

Wie bereits in den letzten Jahren berichtet, könnten zwei weitere Hauptamtliche Kräfte erst einmal für Entlastung sorgen, zumal wir eine halbe Verwaltungsstelle auf Grund der Haushaltssituation der Stadt seit einem halben Jahr verloren haben.

 

Feuerwache

 

Unsere Feuerwache ist dreißig Jahre alt, wurde gut gepflegt und sieht daher optisch sehr gut aus. Aber die Renovierungsstaus zeigen sich im Inneren. Im letzten Jahr hatten wir zwei Rohrbrüche im Abwassersystem, Probleme mit der Heizung, die Durchsage- und Alarmierung-sanlage war defekt und auch bei den sanitären Einrichtungen kommt es immer wieder  zu Undichtigkeiten.

Noch größeres Kopfzerbrechen machen uns die Platzprobleme. Wir haben nicht genügend Platz im Umkleideraum der Herren, der Unterrichtsraum ist zu klein.

In naher Zukunft wechseln neun Jugendliche aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatz-abteilung, es sind aber nur noch drei Spinde in der Herrenumkleide frei. Wo wir den Rest unterbringen wissen wir noch nicht.

Situation in der Herrenumkleide

Wie schon seit Jahren berichtet reicht uns die Stromleistung nicht mehr aus und die Zentrale entspricht nicht mehr dem Stand der Technik.

Einen Aufenthaltsraum, einen Raum für die Kinderfeuerwehr, einen Besprechungs-raum, einen Sozialraum für die Hauptberuflichen Kräfte und einen Stabsraum als Ausweichsitz des Rathauses haben wir schon gar nicht.

Die Teeküche ist zur Versorgung von 100 Einsatzkräften nicht geeignet und der Feuerwehrverein leidet immer noch unter der Situation, ohne geeigneten Raum für die wichtige Kameradschaftspflege zu sein.

Die Fahrzeugstellplätze müssen erweitert werden und als Lagerfläche und Fitnessraum nutzen wird derzeit noch Baucontainer.

Die Stadt Langen wächst weiter. In den kommenden Jahren sind neue Baugebiete im Nordend, am Egelsbacher Weg und der Liebigstraße geplant, die jetzige Wohnbebauung wird nachverdichtet. Es entstehen neue Kinderbetreuungs-einrichtungen und das Gewerbegebiet soll wachsen. Schon heute wissen wir, dass mehr Personen tagsüber nach Langen zum Arbeiten kommen als auspendeln.

Aber nicht nur die Stadt darf wachsen, die Feuerwehr und die Feuerwache müssen dieser Situation angepasst werden.

Hier gilt es die Feuerwache in naher Zukunft für die nächsten dreißig Jahre fit zu machen.

Sicherlich wissen wir, wie es um die finanzielle Situation unserer Stadt bestellt ist. Aber eine gut aufgestellte Feuerwehr ist sicherlich auch ein wichtiger Standortfaktor. Was nutzen uns viele Kindergartenplätze, wenn wir die Kinder im Notfall nicht schützen können.

 

Fahrzeug und Gerät

 

Beginnen wir mit den Fahrzeugen. Für eine Stadt unserer Größe besitzen wir einen recht kleinen Fahrzeugpool. Dieser ist multifunktional einsetzbar, gleichermaßen für Brand- und Hilfeleistungseinsätze. Dadurch sind aber auch unsere Fahrzeuge wesentlich höheren Belastungen ausgesetzt. Es gibt Fahrzeuge die im Jahr zu 300 bis 400 Einsätzen ausrücken. Dies schaffen in kleineren Feuerwehren die Fahrzeuge in 25 Jahren nicht, aber auch unsere Fahrzeuge müssen 25 Jahre halten. Hier gilt es in Zukunft noch mehr auf Qualität zu achten und dies im Brandschutzbedarfs- und  Entwicklungs-plan zu vermerken.

Durch die hohe Belastung hatten wir im letzten Jahr einige Schäden an den Fahrzeugen. Am schlimmsten war unser LF 16/12 betroffen. Starke Rostschäden, eine defekter Fahrzeugtank und eine defekte Pumpe mussten repariert werden. Das HLF musste an der Karosserie verstärkt werden, beim Teleskopmast war ein Sensor defekt, beim KLF war die Hotbox defekt und schließlich musste beim TLF 24/50 noch die Kupplung gewechselt werden. Dazu kamen viele, viele kleine Reparaturen und Umbauarbeiten.

Reparaturarbeiten an der Pumpe des LF 16

 

Das meiste konnte durch unsere hauptamtlichen Kräfte erledigt werden. Dies ist nicht selbst verständlich, viele Feuerwehren unserer Nachbarstädte bringen ihre Fahrzeuge immer in eine Werkstatt. Deshalb möchte ich hier einmal einen großen Dank unseren Hauptamtlichen aussprechen, die hier der Stadt auch erhebliche Kosten einsparen.

Im letzten Jahresbericht berichtete ich noch von einem dringend benötigten zusätzlichen Löschfahrzeug. Wir konnten Anfang 2012 günstig ein gebrauchtes LF 8/6 von der Feuerwehr Obertshausen übernehmen.

„neues“ LF 8/6

 

Hier danke ich der Stadt für die schnelle Hilfe und Entscheidung. Das neue LF brachte schnelle die erhoffte Entspannung bei Ausbildung und Einsätzen und ist für uns eine wertvolle Bereicherung unserer Ausrüstung.

Das neue Mannschaftstransportfahrzeug konnte im März in Dienst gehen, war doch der Vorgänger im September 2011 mit Getriebeschaden und zu hoher Reparatur-kosten liegen geblieben.

Im Oktober 2012 bekamen wir dann von dem für uns zuständigen Innenminister Boris Rhein persönlich den Zuschussbescheid für das neue TLF 4000 übergeben. Sofort begannen wir mit der Ausschreibung des Fahrzeuges. Mit einer Lieferung des Neufahrzeuges ist aber frühestens Anfang 2014 zu rechnen.

Kommen wir nun zu den Gerätschaften. Bei dem Tiefgaragenbrand wurden zwei Drucklüfter erheblich durch Rauchgase beschädigt. Eine Reparatur war nicht mehr möglich, daher wurden sie ersatzbeschafft.

Für die Jungendfeuerwehr wurden zusätzliche Einsatzspinde beschafft, jetzt hat jeder Jugendliche einen eigenen Spind. Vorher mussten sie sich zu zweit oder dritt einen teilen.

Für Unwetter und Sturm wurden weitere Kettensägen und Pumpen beschafft. Chemiekalienschutzanzüge wurden turnusgemäß ausgetauscht.

Ein Großteil unserer wasserführenden Armaturen ist 40-50 Jahre alt und es gibt keine Ersatzteile mehr. Nach und nach konnten wir einen Teil schon ersetzen, dies müssen wir aber in den nächsten Jahren fortführen um hier einsatzfähig zu bleiben.

Die Hohlstrahlrohre konnten wir so im letzten Jahr schon alle ersetzen. Jetzt haben wir moderne und dem Stand der Technik entsprechende, gute und taktisch wertvolle Strahlrohre mit 12 Jahren Garantie.

Auch der Digitalfunk nimmt erste Formen an. Lange mussten wir auf ihn warten, im letzten Jahr konnten wir schon einmal die Handfunkgeräte mit Fahrzeugladegerät beschaffen. Leider lässt der Rest noch auf sich warten, vor allem die Alarmierung über Funkmeldeempfänger wird noch 2-3 Jahre dauern. So mussten wir im letzten Jahr noch 10 Funkmeldeempfänger der alten Generation beschaffen.

Wichtig ist uns der bestmögliche Schutz der Mannschaft bei den Einsätzen. Wir haben jedoch festgestellt, dass die uns zur Verfügung stehende Brandschutzkleidung gerade im Sommer immer wieder mit der Hitzeentwicklung unter der Kleidung Probleme bereitet. Im Dezember beschafften wir daher noch einen leichten Schutzanzug für Waldbrände, Flächenbrände und die Hilfeleistungen. Dazu gab es 2012 auch noch verbesserte Handschuhe für Hilfeleistungen. Durch diese Beschaffungen lässt sich die teurere Brandschutzbekleidung nach Hupf auch noch schonen und kann dadurch länger verwendet werden.

 

neue Schutzkleidung für TH-Einsätze

 

Um unsere Schutzanzüge besser pflegen zu können und vor allem um sie imprägnieren zu können, beschafften wir im Oktober noch einen Industrietrockner mit energie-sparender Wärmepumpe. Dieser  half uns schon bei zahlreichen Einsätzen. Die Einsatzkleidung steht uns wesentlich schneller wieder zur Verfügung und es wird weniger Ersatzkleidung benötigt.

Im letzten Jahr begannen wir intensiv mit der Inventarisierung und Registrierung unserer Kleidung und Ausrüstung. Alle Gegenstände bekommen einen Barcode und in jedes Kleidungsstück kommt zusätzlich der Name des Benutzers. Dank unserer im Jahr 2011 neu erworben Software MP-Feuer, können wir so auch feststellen, was wann geprüft, erneuert oder ausgemustert werden muss und welche Kosten dann auf uns zu kommen.

Auch im Jahr 2012 unterstützte uns der Verein Freiwillige Feuerwehr 1879 e.V. bei der Beschaffung von Ausrüstung. So bekamen wir einen transportablen Schlauchwickler, eine Übungspuppe und Atemschutzholster mit Inhalt für die Atemschutzgeräte. Ich danke dem Verein recht herzlich für seine Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.

 

Ausbildung

 

Im Jahr 2012 wurden wieder viele Stunden in die Ausbildung investiert. So fanden 44 Ausbildungsabende und 7 Sonderaus-bildungen an Samstagen statt. Hierbei wurden 4860 Stunden erbracht. Die Zeiten der Unterrichtsvorbereitung wurden hier nicht mit gezählt, aber sicherlich wurden auch hier einige Stunden erbracht.

Auf der Feuerwache Langen wurden 54 Personen an 2 Samstagen im Digitalfunk unterwiesen, dies gibt noch einmal 432 Unterrichtsstunden.

Zusätzlich zur Standortausbildung wurden 53 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene besucht, hierbei wurden 2050 Stunden investiert.

Mit den Feuerwehren Neu-Isenburg und Dreieich wurde wieder ein gemeinsamer Atemschutzgeräteträgerlehrgang II - CSA durchgeführt.

Auch dieses Jahr kamen einige Lehrgangsanmeldungen zurück, erfreulicher Weise ist aber die Anzahl der absolvierten Lehrgänge gestiegen. Dringender Bedarf besteht aber weiterhin bei den Führungslehrgängen.

Im September nahmen wir mit vier Fahrzeugen und 15 Einsatzkräften an einer Katastrophenschutzübung in Darmstadt teil. Die Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Darmstadt klappte prima und die uns gestellten Aufgaben an vorderster Front konnten zügig abgearbeitet werden.

Die Gesamtstundenzahl bei der Ausbildung 2012 von 7342 Stunden zeigt aber eindrucksvoll die Leistungs-bereitschaft   unserer Einsatzkräfte, sich für das Allgemeinwohl einzusetzen.

 

Brandschutzerziehung/
Brandschutzaufklärung

 

In den letzten Jahren schon habe ich über die schwierige Personalsituation tagsüber zur Durchführung der Brandschutz-erziehung berichtet, müssen doch auch Freiwillige irgendwann einmal arbeiten.

Eine halbtagsbeschäftigte Mutter und Feuerwehrfrau führte dies vormittags für uns unentgeltlich in Kindertagesstätten und Schulen  aus. Als aber diese Mutter in diesem Jahr für ihr zweites Kind einen Hortplatz benötigte, um diese Arbeit für die Kindergärten weiter durchführen zu können, scheiterte dies an den Vergaberichtlinien der Stadt. Die Kollegin musste daher ihre ehrenamtliche Tätigkeit einstellen.

Ich bin der Meinung, wenn die Stadt hier nicht bald entsprechend eingreift, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass wir für diese Aufgabe bald keine ehrenamtlichen Helfer mehr haben.

Wir haben versucht den Ausfall der Mitarbeiterin aufzufangen, was jedoch nicht möglich war. So musste im letzten Jahr die Brandschutzerziehung in den Kindergärten reduziert werden.

Verwunderlich ist dann nur, dass die Mitarbeiter desselben Fachdienstes, die den Antrag ablehnten, anschließend bei den Nachbarfeuerwehren anriefen und bei diesen anfragten ob sie die Brandschutz-erziehung in Langen durchführen können, was natürlich abgelehnt wurde.

Die Brandschutzerziehung ist laut HBKG Aufgabe der Kommune.  Um dies in Zukunft vernünftig durchführen zu können, benötigen wir bezahltes Personal.

 

Im Jahr 2012 wurde in folgenden Einrichtungen eine Schulung durchgeführt:

►25 Kindergartentermine / ca.160 Kinder
►  1 Schulen / 35 Schüler
►  1 Schule für Kinder mit Behinderung / 
      12 Kinder

 

Dazu kam noch im Sommer das Mitwirken bei einem Aufklärungsfernsehbeitrag des ZDF in der Sendung Logo. Hier wurden die Kinder auf die Gefahren eines Waldbrandes hingewiesen. Gedreht wurde dies alles hier in Langen.
Für die Brandschutzaufklärung  und Brandschutzerziehung wurden 2012 130 Stunden aufgewendet.

Ich danke den Brandschutzerziehern, hier besonders Klaus Vogl und Martina Eichhorn für die geleistet Arbeit.

Ich hoffe, dass wir schnell eine Lösung finden, mehr Angebote zur Brandschutz-erziehung anbieten zu können, der Bedarf bei über 20 Kindergärten, 10 Schulen und mehrere Behinderteneinrichtungen ist vorhanden. Auch die öffentliche Verwaltung und Firmen müssen regelmäßig geschult werden. Uns erreichen unzählige Anfragen jedes Jahr, denen wir leider derzeit nicht gerecht werden können.

Dass solche Aufklärung in den genannten Einrichtungen wichtig ist, zeigte im letzten Jahr der Brand in einer Behinderteneinrichtung in Tittisee-Neustadt.

 

Brandschutztag

 

Unser Brandschutztag fand am letzten Sonntag im August statt. Bei schönstem Wetter füllte sich schnell unser Hof. Neben dem DRK Langen hatten wir dieses Mal die Bundeswehr mit einem Stand zu Gast. Diese zeigte an Schautafeln und in Gesprächen die Möglichkeiten der Bundeswehr bei der nicht militärischen Katastrophenhilfe auf.

 

Brandschutztag

 

Für den Brandschutztag wendeten wir 800 Stunden auf, ohne Auf- und Abbau.

Brandsicherheitsdienst

 

2012 gab es 86 Brandsicherheitsdienste in der Stadthalle und im Schloss Wolfsgarten.

Sechs Bereitschaftswachen an Christi Himmelfahrt, dem Ebbelwoifest und Silvester wurden durchgeführt

Dass diese Dienste wichtig sind zeigte sich auch dieses Jahr wieder bei unseren Veranstaltungen. So konnte ein brennender Mülleimer in der Stadthalle schnell gelöscht werden und mehrfach wurde bei den Diensten Erste Hilfe bei verletzten Personen geleistet. Wichtig ist einfach, dass geschultes Personal schnell vor Ort ist um fachmännische Hilfe einleiten zu können.

 

Vorbeugender Brandschutz

 

Die immer näher rückende Rauchmelderpflicht in Hessen bescherte uns im letzten Jahr viele Anfragen.

Es wurden wieder Räumungsübungen in Firmen durchgeführt, es gab Drehleiter-und Löschfahrzeugstellproben und Termine für Brandmeldeanlagen.

So wurden im Jahr 2012 47 vor Ort Termine von uns durchgeführt. Diese sind für uns wichtig, damit man weiß wie es in den Objekten aussieht und wer als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

 

Interkommunale Zusammenarbeit

 

Ein Schlagwort der Politik und erhofftes großes Einsparpotenzial.

Aber schon seit Jahren wird diese bei den Feuerwehren praktiziert und gelebt. Wir haben nur zu wenig darüber berichtet. Deshalb möchte ich die Aktivitäten dieser Art aus dem letzten Jahr einmal aufzählen.

Bei den Einsätzen unterstützen wir uns schon immer gegenseitig.

Es gab Einsätze in Langen, Dreieich, Egelsbach, Neu-Isenburg und Mörfelden-Walldorf wo dies unter Beweis gestellt wurde.

Im letzten Jahr stimmten wir große Beschaffungen mit Dreieich und Neu-Isenburg ab, damit man nichts doppelt vorrätig hält. Die gemeinsame Beschaffung eines Löschfahrzeuges mit der Feuerwehr Rodgau hingegen klappte nicht, gingen doch die Vorstellungen zu weit auseinander und laut Hersteller wäre bei zwei Fahrzeugen kein Einsparpotenzial vorhanden.

Von Neu-Isenburg bekamen wir zwei Monate lang kostenlos ein ausgemustertes Löschfahrzeug zur Verfügung gestellt als unser Fahrzeug defekt war.

 

Leihfahrzeug aus Neu-Isenburg

 

Wir konnten Dreieich über Monate helfen als ihre beiden Hubrettungsfahrzeuge gleichzeitig defekt waren, das taten wir auch als die Egelsbacher DLK im Werk war.

Die Stadt Obertshausen verkaufte uns günstig ein Löschfahrzeug auf dem kleinen Dienstweg um uns zu helfen. Aus Dreieich konnten wir nach dem Defekt unseres Mannschafttransportfahrzeuges übergangs-weise günstig ein Altfahrzeug übernehmen.

In Neu-Isenburg ließen wir kostenlos unsere Messgeräte kalibrieren, dafür bogen wir für andere Feuerwehren Bleche oder schärften die Ketten der Motorsägen. Gegenseitig tauschten wir Ersatzteile aus oder halfen uns bei Prüfungen.

Auch bei der Ausbildung arbeiten wir zusammen, so wurden mehrere gemeinsame Übungen abgehalten oder Referenten gemeinsam bezahlt.

Es ließe sich sicherlich noch mehr aufzählen, nicht vergessen darf man aber, dass dabei alle Feuerwehren schlagkräftig bleiben müssen. Die dafür nötige Ausrüstung müssen sie eigenständig  vorrätig halten, denn die nächsten Unwettereinsätze werden kommen und sie werden sich nicht nur auf eine Kommune beschränken. Da ist man dann erst einmal auf sich alleine gestellt und die Bevölkerung erwartet trotzdem Hilfe, wie wir es 2011 erlebten.

 

Zusammenfassung der Gesamtleistung

 

Im Jahr 2012 wurden  insgesamt 29.795 Stunden erbracht, die sich wie folgt zusammensetzen:

►  5877 Stunden für Einsätze
►  4860 Stunden für interne Ausbildung
►  2484 Stunden für externe Ausbildung
►    792 Stunden für
                Brandsicherheitsdienst
►    740 Stunden für Bereitschaftswachen
►    930 Stunden für Unterweisungen/
                Brandschutzerziehung und den
                Tag der offenen Tür
►      50 Stunden für Integrationsarbeit,
                Mitgliedergewinnung und   
                Besuchergruppen ect.
►  6802 Stunden für die Geräte- und
                 Fahrzeugwartung
►   7260 Stunden für die allgemeine
                 Verwaltung

 

Dies sind 2424 Stunden weniger als 2011, das liegt größtenteils an den geringeren Einsatzstunden. Wir müssen aber auch in Zukunft ca. 30.000 Stunden im Jahr aufbringen, um die uns gestellten Aufgaben  zu erfüllen.

 

Ausbildung am Schlauchturm in Langen

 

Nicht berücksichtigt sind hier die unzähligen Stunden von Kinder- und Jugendfeuerwehr, die rein ehrenamtlich geleistet werden.

Hierfür möchte ich unserem Jugendfeuerwehrwart Christian Buchold und seinem Team und der Kinderfeuerwehrwartin Katarina Mallon und ihrem Team recht herzlich danken. Ohne eure Arbeit wären unsere Nachwuchsabteilungen nicht so stark.

 

Resümee

 

Noch haben wir in Deutschland ein Feuerwehrsystem um das wir weltweit beneidet werden. Nur in Deutschland und in Österreich gibt es eine derart große Dichte an Feuerwehreinheiten, die größtenteils durch ehrenamtliche Kräfte gestellt werden. Hier von profitierten unsere Mitbürger durch ein schnelles Eingreifen und Handeln, in anderen Ländern muss man öfters mehrere Stunden auf Hilfe warten.

 

Ich danke Euch liebe Kameradinnen und Kameraden für den unermüdlichen Einsatz zum Wohle unser Mitbürger und unser Stadt, ihr haltet dieses bewährte System noch aufrecht.

 

Ich danke Euch allen für die erbrachte Leistung des letzten Jahres und für die Unterstützung die ihr mir und Michael die letzten 5 Jahre zu getragen habt.

Denn Feuerwehr funktioniert nur als Team, ein einzelner kann keinen Löschzug besetzen, nur zusammen sind wir stark.

 

Vielen Dank!

 

Ich ende mit unserem Leitspruch

Einer für alle, alle für einen.

 

Langen, 01.02.2013

Frank Stöcker

Stadtbrandinspektor

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2012_Jahresbericht_SBI.pdf

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