Startseite

Jahresberichte 2017

Hir finden Sie die Jahresberichte der Einsatzabteilung, Jugendfeuerwehr und Kindergruppe:

Einsatzabteilung 2017

Jugendfeuerwehr 2017

Kinderfeuerwehr 2017

Jahresbericht des Stadtbrandinspektors

Nun geht schon meine zweite Amtsperiode als Stadtbrandinspektor zu Ende und mittlerweile sieht man die Ergebnisse der Arbeit der letzten 10 Jahre. So wurden die Standardeinsatzregeln und die Ausrückordnung angepasst, es gab neue Fahrzeuge und die Feuerwache wurde erweitert.

Dies alles aber brauchte Zeit. Für die Umsetzung mussten der Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan aufgestellt, neue Einsatzkonzepte erstellt und die nötigen Finanzmittel frühzeitig beantragt werden.

Ich danke Euch, liebe Kameradinnen und Kameraden, für die tatkräftige Unterstützung, denn eine Feuerwehr wird nicht durch eine einzelne Person gemacht, sondern durch das Team welches dahinter steht. Feuerwehr ist immer eine Gemeinschaftsleistung, letztendlich besteht auch der Löschzug nicht nur aus dem Einsatzleiter.

Also vielen Dank dafür und für die geleistete Arbeit im letzten Jahr.

Einsätze

Im Berichtsjahr 2017 wurde die Feuerwehr Langen zu 547 Einsätzen gerufen.

Die Einsätze im Jahr 2017 gliedern sich wie folgt:

►    92 Bandeinsätze

►  349 Hilfeleistungen

►  106 Fehlalarme

Brandeinsätze

Die vorgefundenen Einsatzlagen bei den Bränden ergaben folgende Klassifizierung:

► 12 gelöschte Feuer bei Eintreffen

► 40 Kleinbrände A

► 28 Kleinbrände B

►   9 Mittelbrände

►   3 Großbrände

Das Jahr 2017 begann spektakulär. Nach 5 kleineren Einsätzen in der Silvesternacht wurde uns um 02:53 Uhr der erste Großbrand gemeldet. Der Dachstuhl eines fünfstöckigen Wohn- und Geschäftshauses am Lutherplatz stand in Flammen.

Mit Unterstützung der Feuerwehren Egelsbach und Neu-Isenburg, sowie des DRK-Langen, hatten wir bis in die Mittagsstunden mit den Nachlöscharbeiten zu tun. Die Brandermittler der Polizei stellten später als Ursache eine Feuerwerksrakete fest, die weit über 500.000 Euro Sachschaden verursachte.

Am 18.01.2017 wurden wir in die Friedrichstraße zu einem Wohnhausbrand gerufen. Auf der Anfahrt war bereits eine gut sichtbare Rauchsäule erkennbar. Vor Ort schlugen die Flammen meterhoch aus dem Gebäude. In letzter Minute konnten wir 3 bewusstlose und schwerverletzte Personen mit der Drehleiter aus dem Obergeschoss des  Gebäudes retten.

Dieser Einsatz und die eisigen Temperaturen machten ein Großaufgebot an Feuerwehr und Rettungsdienstkräften notwendig. Auch hier unterstützen uns die Nachbarkommunen und das DRK tatkräftig.

Noch während den Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten des Wohnhausbrandes folgte am selben Tag um 16:15 Uhr ein Kellerbrand in der Sofienstraße in einem Wohnblock der Baugenossenschaft. Mehrere Personen mussten aus den stark verrauchten Gebäuden gerettet werden und wieder folgte ein Großaufgebot an Einsatzkräften, die bis spät am Abend zu tun hatten.

Am 04.04.2017 brannte im 15. Stock des Alpha-Hochhauses eine Küche. Wir waren schnell vor Ort und konnten Schlimmeres verhindern.

Weniger glimpflich ging es am 01. Mai aus. Außerhalb, in Richtung Offenthal, brannte ein Wohnhaus. Mehrere Personen konnten gerettet werden. Unterstützung erhielten wir hierbei von der Feuerwehr Dreieich. Als Brandursache konnten hier Kinder, die mit einem Feuerzeug spielten, festgestellt werden. Das Haus war daraufhin unbewohnbar.

Auf der Autobahn 661 brannte im Juli bei einem Gefahrguttransporter, welcher brennbare Chemikalien geladen hatte, die Bremsen an der Hinterachse des Aufliegers. Größerer Schaden konnte vermieden werden, aber mitten im Berufsverkehr führte die Vollsperrung der Autobahn zu einem Verkehrschaos.

Im Oktober kam es zu einem ausgedehnten Zimmerbrand in der Zimmerstraße. Hier konnten wir schnell eine bewusstlose Person aus der brennenden Wohnung retten und dem Notarzt übergeben.

Im abgelaufenen Jahr 2017 wurden uns zahlreiche Brände über Heimrauchmelder gemeldet. Mehrfach konnten von uns noch Personen aus den verrauchten Wohnungen gerettet und schlimmeres verhindert werden.

Auffällig waren 2017 zahlreiche brennende Gartenhütten in unserem Ausrückbereich.

Bei den Brandeinsätzen 2017 wurden von uns 33 Personen gerettet, davon waren 21 verletzt. Glücklicherweise hatten wir auch 2017 bei den Brandeinsätzen keine toten Personen zu beklagen, auch wenn es für die Verletzten in der Friedrichstraße und der Zimmerstraße sehr knapp war.

Bei den Einsätzen 2017 verletzten sich auch 7 Feuerwehrmitglieder leicht.

Technische Hilfeleistungen

Die 349 Hilfeleistungen teilten sich wie folgt auf:

►  11 Amtshilfe für Polizei etc.

►    1 Einsätze auf Gewässern

►    7 Gefahrguteinsätze

►  51 Ölspuren oder Auslauf von Betriebsmitteln

►  32 Tiereinsätze

►126 Einsätze zur Menschenrettung Türöffnung/Unterstützung  Rettungsdienst                 

►  23 Unwettereinsätze/Sturmeinsätze

►  41 Verkehrsunfälle

►  57  sonstige Hilfeleistungen

Bei den Hilfeleistungen konnten von uns 116 Personen gerettet werden. Bei  diesen Einsätzen wurden 130 Personen verletzt und 4 Personen konnten nur noch tot geborgen werden.

Während den Hilfeleistungen 2017 wurde von der Feuerwehr Langen wieder das gesamte Einsatzspektrum abgearbeitet.

In Egelsbach wurden die Kollegen bei der Rettung eines auf in einem See im Eis eingebrochenen Hund unterstützt.

Sturmtief  Egon brachte im Januar ein paar vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume, auch wenn Langen diesmal glimpflich davon kam.

2017 unterstützen wir den Rettungsdienst sehr oft. So wurden zahlreiche Türen geöffnet und insgesamt 24 Personen über Hubrettungsfahrzeuge gerettet. Spektakulär war hier eine zu rettende Person, welche nach einem Sturz unter einem Heizkörper eingeklemmt war.

Die Stadtwerke Langen wurde 2017 mehrfach unterstützt. Es kam zu mehreren Wasserrohrbrüchen, unter anderem auf dem Parkplatz der Stadthalle. Dieser stand großflächig unter Wasser. Auch gab es 3 Stromausfälle im Stadtgebiet, die zahlreiche Einsätze wie z.B. eingeschlossene Personen in Aufzügen und Rauchentwicklungen durch anlaufende Stromaggregate mit sich brachten.

Bei den Gefahrguteinsätzen stachen zwei Ereignisse heraus. Ein defektes Telefonwählgerät meldete einen Chlorgasalarm im Hallenbad Langen. Bei einer solchen Meldung folgt ein Großaufgebot an Einsatzkräften. Das stößt natürlich auch auf das Interesse der Presse und der Bevölkerung.

Gefährlicher war da der Gasalarm in einem Gewerbebetrieb in der Amperestraße im September. Durch einen Defekt an einem Gasstapler wurde eine erhöhte Gaskonzentration in dem Gebäude gemessen und ein im Haus befindliches Fitnessstudio musste geräumt werden.

Im Oktober fiel dann ein Teil eines morschen Baumes genau vor einen Wohnblock im Forstring. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Es drohten weitere tonnenschwere Äste abzubrechen, daher wurde das Gebäude geräumt und durch die Hausverwaltung eine Fachfirma mit der Beseitigung des Baumes beauftragt.

Mit dem ersten einsetzenden Schnee am 30. November wurde eine demente Person im Wald zwischen Langen und Messel vermisst. Wir halfen mit mehreren Kräften bei der Suche, hatten aber keinen Erfolg. Die Person wurde dann am nächsten Morgen leicht unterkühlt 30 Kilometer entfernt in Roßdorf gefunden.

Im Jahr 2017 kam es zu auffällig vielen Verkehrsunfälle in unserem Bereich, sei es innerstädtisch, auf der Bundesstraße oder der Autobahn. Erwähnenswert sind die folgenden Einsätze:

In der Mörfelder Landstraße räumte ein Autofahrer den Kreisel ab, überschlug sich und hinterließ ein Trümmerfeld.

In der Nördlichen-Ringstraße fuhr ein PKW mit  drei Jugendlichen an einen Baum. Das Dach es Fahrzeuges musste zur Rettung der Verletzten abgenommen werden.

In der Darmstädter Straße fuhr ein Quadfahrer in den Graben und wurde schwer verletzt unter seinem Gefährt eingeklemmt.

Am 18.09.2017 schob ein angetrunkener Autofahrer mehrere Fahrzeuge in der Friedrichstraße zusammen und beschädigte dabei eine Stütze eines tonnenschweren Vordaches schwer. Was folgte war ein stundenlanger Einsatz mit Unterstützung des THW Offenbach, welches das Vordach abstützen musste.

Auf der Südlichen Ringstraße wurde am 17.11.2017 eine Person bei einem Unfall unter einem PKW eingeklemmt, zwei weitere Personen wurden bei diesem Unfall schwer verletzt.

Auf der A 661 überschlug sich ein Fahrzeug mehrfach und blieb auf der Fahrbahn liegen. Auch hier wurde eine Person schwer verletzt.

Bei dichtem Schneefall stießen am 04.12.2017 zwei Fahrzeuge auf der B 486 frontal zusammen. Beteiligt war unter anderem eine hochschwangere Frau, die dank der schnellen Hilfe wenige Zeit später per Notkaiserschnitt ein gesundes Kind zur Welt brachte.

Fehlalarme

Im Jahr 2017 gab es folgende Fehlalarme:

► 74 Brandmeldeanlagen

► 25 blinde Alarme

►   0 böswillige Alarme

►   7 Fehlfahrten in Bereitstellung

Erfreulicher Weise sind 2017 die Fehlalarme um rund 25 % zurückgegangen und es gab keinen böswilligen Alarm.

Mit den vielen Brandmeldeanlagen und der Rauchmelderpflicht in Hessen kommt es auch hierdurch immer wieder zu Fehlalarmen. Wie sich aber auch letztes Jahr wieder zeigte, können zahlreiche Leben mit diesen Einrichtungen gerettet und der Sachschaden begrenzt werden. Die Anzahl der Fehlalarme ist aus diesem Grund hinnehmbar.

Hilfsfristen

Im Berichtsjahr gab es 361 Einsätze mit Dringlichkeit. Hierbei wurden nach den Auswertungen der Überschreitungen, (z.B. ob der Einsatz in unserem Gebiet oder außerhalb liegt, oder wir auf den Hubschrauber warten mussten usw.), 19 Überschreitungen festgestellt. Das macht eine prozentuale Überschreitung von 5,26% oder einen Erreichungsgrad unserer Ziele von 94,74 %.

Unser im Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan festgelegter Erreichungsgrad der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist, wird von Jahr zu Jahr schlechter. Erstmals haben wir das uns gesteckte Ziel von 95 % nicht erreicht. Für unsere Kräfte wird es bei dem steigenden Verkehrsaufkommen immer schwerer auf die Feuerwache zu gelangen. Hierdurch verlängern sich die Ausrückzeiten.

Kopfzerbrechen machen mir in diesem Zusammenhang die geplanten Baumaß-nahmen an der Rhein-Neckar-Brücke, der B486 oder in der Pittlerstraße. Wollen wir hier unsere Hilfsfristen halten, so müssen wir hier unsere Ausrückzeiten verringern.

Langfristig hilft hier nur das Personal aufzustocken und den Verkehrsfluss zu steuern.

Personal

Wir begannen das Jahr 2017 mit 111 aktiven Mitgliedern. Im Laufe des Jahres gab es 4 Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Es kamen 4 neue Feuerwehrleute aus anderen Feuerwehren und 2 Seiten-einsteiger dazu.  Dem gegenüber standen 7 Austritte aus der Feuerwehr und 1 Übernahme in die Alters- und Ehrenabteilung. Dies ergibt einen Stand zum 31.12.2017 von 113 aktiven Mitgliedern in der Einsatzabteilung, davon 10 Frauen.

Erfreulich sind dabei die beiden Seiteneinsteiger, da es sich um Kollegen handelt, die nach längerer Pause wieder zu uns gekommen sind.

In der Alters- und Ehrenabteilung haben wir 37 Mitglieder, in der Jugendfeuerwehr 46 Jugendliche und in der Kinderfeuerwehr 18 Kinder.

Tagsüber ist die Einsatzbeteiligung weiter angespannt. Die meisten unserer aktiven Mitglieder arbeiten außerhalb von Langen,

kaum mehr wie 15 freiwillige Einsatzkräfte kommen dann zum Einsatz. Dies muss in absehbarer Zeit mit weiteren hauptberuflichen Kräften kompensiert werden.

Feuerwache

Im Mai war Richtfest für den neuen Bauhof und die Erweiterung der Feuerwache. Die Gebäude sind schon errichtet und wir warten jetzt auf die Fertigstellung, denn wir platzen aus allen Nähten.

Im Altbestand werden dann die Umkleide und der Aufenthaltsbereich umgebaut.

In den nächsten Jahren müssen wir dann an die gesetzlich vorgeschriebene Absaugung der Dieselabgase und die Sanierung der Fahrzeughalle 3 gehen.

Fahrzeug und Gerät

Der LKW konnte im November vom Hersteller abgeholt werden. Das Fahrzeug wird dringend für den Materialtransport und die DEKON-Einheit benötigt. So sind der LKW und der GW-G der Feuerwehr Langen ab sofort Bestandteil des Gefahrstoffzuges West des Kreises Offenbach.

Im vorletzten Jahr ließen die Zuschussbescheide des Landes Hessen auf sich warten. Dementsprechend konnte unser Staffellöschfahrzeug erst im Dezember 2016 bestellt werden. Diese Woche konnte es ausgeliefert werden und ersetzt das mittlerweile 27 Jahre alte KLF.

Im August überbrachte uns dann der Staatssekretär des Innenministeriums Herr Werner Koch den Zuschussbescheid für das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, welches, ebenso wie die Drehleiter, im Berichtsjahr ausgeschrieben und bestellt wurde. Hierbei handelt es sich um die Ersatzbeschaffungen für das 26 Jahre alte LF 16/12 und die 25 Jahre alte Drehleiter. Beide Fahrzeuge verursachen mittlerweile erhebliche Reparaturkosten.

Mit der Auslieferung der neuen Fahrzeuge rechnen wir im August 2018.

Die 12 bis 13 Jahre alten Fahrzeuge, wie das HLF, GW-L/TH und  GW-G sowie der Teleskopmast, wurden in unserer Werkstatt auf LED-Technik umgebaut und modifiziert. Auch die Beladung wurde teilweise angepasst, sodass die Fahrzeuge auch für die nächsten 13 Jahre adäquat eingesetzt werden können.

Hier danke ich dem Werkstattteam für die geleistete Arbeit, welche neben den alltäglichen Aufgaben geleistet wurde.

Entsprechend dem Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan wird der Brandschutz für mittlerweile fast 40.000 Einwohner in Langen auch in den nächsten Jahren mit einem schlanken Fahrzeugbestand sichergestellt. Die Weichen sind für die Zukunft so gestellt, dass dies so bleibt und der jetzige Bestand nur erneuert wird. Das heißt aber auch, dass die derzeitigen Fahrzeuge einer sehr hohen Belastung innerhalb von 25 Jahren ausgesetzt sind und daher die Qualität entsprechend ausgelegt sein muss.

Beschafft wurden 2017 (Auszug):

  • 25 Stück der neuen Generation der Einsatzschutzkleidung „V-Force Max“ als erster Teil
  • Eine 70 Kg schwere Einsatzpuppe
  • Zwei Rollwagen Atemschutz
  • Atemschutzgeräte und leichte Atemluftflaschen aus Composite
  • Akku-Säbelsäge
  • Drucklüfter
  • Reinigungsautomat für Atem-schutzmasken aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben
  • Warnbarken für die Autobahn

Der Verein „Freiwillige Feuerwehr 1879 Langen e.V.“ unterstützte uns auch wieder. So beschaffte er acht Atemschutz-überwachungsgeräte, welche der Sicherheit unserer Einsatzkräfte dienen.

Ich danke dem Verein, hier stellvertretend seinem Vorsitzenden Michael Graf, für die Unterstützung und die geleistete Arbeit recht herzlich.

Ausbildung

Mit Beginn des Ausbildungsjahres 2017, haben wir die Ausbildung umgestellt. So wird jetzt nicht ausschließlich nach der Zugehörigkeit des Zuges ausgebildet, sondern nach Themenschwerpunkten, von der Vermittlung der Grundkenntnisse bis zu weiterführende Themen. So entstanden Unterrichtsblöcke wie schwere Technische Hilfeleistung, Brandbekämpfung SER, Gruppenführerfortbildung oder TM-Grundkurs.

Die Rückmeldung und die Beteiligung am Unterricht waren durchweg positiv.

Dazu wurden die Ausbildungs-Schwerpunkte der DEKON-Einheit und der ANTS vertieft werden.

Dass wir jetzt mit der DEKON-Einheit im Kreis eingesetzt werden, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auch die ANTS ist bei den Nachbarkommunen in den Alarmplänen eingearbeitet.  Darüber hinaus wurde die ANTS der Feuerwehr Langen im November mit dem 1. Platz  bei dem hessischen Feuerwehrpreis der Sparda-Bank ausgezeichnet.

Das Langener ANTS-Konzept findet bundesweit Beachtung. So erreichen uns viele schriftliche Anfragen und Telefonanrufe. Zudem besuchten uns verschiedene Feuerwehren und informierten sich über die Sondereinheit.

Aber auch im Ausland wurde man auf dieses Konzept aufmerksam. So wurde es durch das Land Luxemburg 1 zu 1 übernommen. Im Dezember wurden dann 9 Ausbilder der BF Luxemburg eine Woche lang in Langen ausgebildet. Viele Mitglieder der ANTS opferten hierfür ihre Freizeit. Hierfür noch einmal vielen Dank.

Auch eine Delegation der Feuerwehr Seoul  aus Südkorea besuchte uns im letzten Jahr. Die Delegierten wollten sich über die Organisation einer kleineren deutschen Feuerwehr informieren.

Im Jahr 2017 wurden viele Stunden in die Ausbildung investiert. Es fanden an 92 Tagen Ausbildungen mit 6243 Stunden statt. Während 131 Dienstsport-veranstaltungen wurden 1538 Stunden erbracht.

Zusätzlich zur Standortausbildung wurden 42 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene besucht. Hierbei wurden 1576 Stunden investiert. Hier würden wir gerne mehr Lehrgänge besuchen, bekommen aber immer nur ein gewisses Kontingent zugewiesen. Leider mussten auch Lehrgänge abgegeben werden, da der Kreis keine Ersatzteilnehmer aus der eigenen Feuerwehr mehr zulässt. Das ist ärgerlich, da es auch in der eigenen Feuerwehr Wartelisten für die Lehrgänge gibt.

Nur 12 Lehrgänge auf Landesebene, davon 6 Seminare mit nur  3 Tagen, sind für eine Feuerwehr unserer Größenordnung nicht ausreichend.

Es ist daher absolut unverständlich, dass hier ein jahrelang gut funktionierendes System einfach auf Kosten einzelner Feuerwehren geändert wurde. Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass die jetzige Praxis zukunftsorientiert geändert wird.

Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung

Die Brandschutzerziehung und –Brandschutzaufklärung ist eine gesetzliche Aufgabe der Kommune. Die Termine für diese Arbeit liegen in der Regel tagsüber zwischen 10.00 Uhr und 16.00 Uhr und können daher nicht von den freiwilligen Kräften übernommen werden. Das heißt hauptberufliches Personal muss diese Aufgabe übernehmen.

Im Jahr 2017 wurden von uns an 34 Brandschutzerziehungsterminen rund 376 Kinder und Schüler geschult. Auch wurde eine Projektwoche am Gymnasium durchgeführt.

Während Brandschutzschulungen wurden 40 Personen aus Langener Betrieben geschult.

Für alle Termine zusammen ergab dies einen Aufwand von ca. 958 Stunden.

Die Nachfrage für Termine dieser Art steigt weiterhin. Wir können derzeit nicht alle Anfragen positiv beantworten, da uns schlichtweg das Personal dafür fehlt.

Brandschutztag

Das Polizeipräsidium Süd/Osthessen führte am letzten Samstag im August ihre Polizeischau in Langen hinter der Stadthalle und auf dem SSG-Gelände durch und bat die Feuerwehr um Unterstützung. Da wir am selben Wochenende unseren Brandschutztag geplant hatten, entstand die Idee, diesen zusammen mit der Polizei durchzuführen. Bei schönstem Wetter kamen über 10.000 Besucher. Wir präsentierten unsere Fahrzeuge und zeigten zusammen mit dem DRK eine Verkehrsunfallübung; eine rundum gelungene Veranstaltung.

Für den Brandschutztag wendeten wir ca. 550 Stunden auf.

Brandsicherheitsdienst

Im Jahr 2017 stellten wir bei 108 Brandsicherheitsdiensten das Personal in der Stadthalle, der TV-Turnhalle und im Schloss Wolfsgarten.

Hierzu mussten 233 Feuerwehrangehörige einen Personalaufwand von rund 980 Stunden erbringen.

Die  Ärzteband „Grooving Doctors“ unterstützten wir im September bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung für eine Krebsstiftung.

7 Bereitschaftswachen an Himmelfahrt, dem Ebbelwoifest, dem Langener Markt und Silvester wurden durchgeführt.  Hierbei wurden 880 Stunden erbracht.

Präventiv wurden insgesamt 1860 Stunden geleistet und die Zahlen steigen weiter an. Wie lange dies noch rein ehrenamtlich geleistet werden kann, muss beobachtet werden, denn die Belastungen unserer Feuerwehrangehörigen durch Übungen und Einsätze ist bereits sehr hoch.

Vorbeugender Brandschutz

Wir nahmen wieder an zahlreichen Terminen für Brandmeldeanlagen und Brandverhütungsschauen des Kreises teil. Der Bauboom in der Stadt hat auch bei uns zu mehr Arbeit geführt. Hier können wir nicht überall helfen, ist doch primär der Kreis für den vorbeugenden Brandschutz und Bauanfragen zuständig.

Es gibt auch immer noch viele Anfragen zu Rauchmeldern und Feuerlöschern in privaten Haushalten.

Auch versucht man immer wieder die Feuerwehr bei Nachbarschaftsstreitigkeiten vorzuschieben, was unsererseits entschieden abgelehnt wird.

Interkommunale Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen funktioniert, die getroffenen Vereinbarungen greifen, bei Bedarf wird schnelle Hilfe geleistet und während regelmäßigen Treffen werden zukunftsorientierte Absprachen getroffen. So konnte in den letzten Jahren auch auf die eine oder andere Anschaffung verzichtet werden, da die Ausrüstung bei der Nachbarwehr bereits vorhanden ist.

Gerade in der ersten Jahreshälfte 2017 unterstützten uns die Nachbarfeuerwehren bei Einsätzen, Wartung und Gerät.

Nach den beiden Großbränden am 18. Januar stellte uns die Feuerwehr Rodgau Atemschutzgeräte zur Verfügung, da unsere aufgebraucht waren, Dreieich füllte uns Atemluftflaschen und Egelsbach übernahm Transportaufgaben.

Auch gemeinsame Ausbildungen und Übungen wurden durchgeführt.

Die Kreiskleiderkammer des Lionshop besteht mittlerweile über 10 Jahre und hat sich bewährt.

Zusammenfassung der Gesamtleistung

Im Jahr 2017 wurden  insgesamt 30.386 Stunden erbracht, die sich wie folgt zusammensetzen:

►  4830 Stunden für Einsätze

►  6243 Stunden für interne Ausbildung sowie Sonderausbildungen  

►   1538 Stunden Dienstsport

►  1576 Stunden für externe Ausbildung

►    980 Stunden für Brandsicherheitsdienste

►    880 Stunden für Bereitschaftswachen

►   1508 Stunden für Unterweisungen/Brandschutzerziehung und den Tag der offenen Tür

►    150 Stunden für Integrationsarbeit, Mitgliedergewinnung und Besuchergruppen etc.

►  6191 Stunden für die Geräte- und Fahrzeugwartung

►   6490 Stunden für die allgemeine Verwaltung

Wir bewegen uns wie auch in den letzten Jahren im Bereich um die 30.000 Stunden,

allerdings ohne große Unwetter und Sturmeinsätze. In den nächsten Jahren ist mit einer Zunahme der Arbeitsstunden zu rechnen, dies gilt es auf möglichst viele Schultern zu verteilen, damit die Belastung im Ehrenamt für den Einzelnen nicht zu hoch wird.

Nicht eingerechnet in der Stundenzahl sind die vielen Stunden für Übungsvorbereitungen und Einsatznacharbeiten, sowie freiwillige Übungsstunden z.B. für Übungsfahrten mit Drehleiter und Teleskopmast.

Resümee

Die Feuerwehr Langen ist nach der Umsetzung der Maßnahmen des 2015 beschlossenen Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan der Stadt Langen, räumlich, fahrzeugtechnisch und ausbildungstechnisch gut aufgestellt. Personell sieht es da schon anders aus, hier werden wir weiter ausbauen müssen, auch oder gerade bei dem hauptberuflichen Personal.

Man muss die Entwicklung der nächsten Jahre im Auge behalten, gibt es in Deutschland dann noch das System der freiwilligen Feuerwehr wie wir es jetzt kennen? Werden die Belastungen für Freiwillige in Langen zu hoch oder gibt es andere Lösungen?

Wir müssen uns auf weitere Aufgaben vorbereiten, wer die Medien verfolgt weiß, das Sturm- und Starkregenereignisse zunehmen werden.

Gleichzeitig wird es zu längeren Hitzeperioden kommen. Wir sind heute schon in einem Waldbrand gefährdetem Bereich. Die Gefahr von mehr und größeren Waldbränden wird weiter steigen.

Das Stromnetz ist ausgelastet und somit anfälliger. Es wird zu weiteren und längeren  Stromausfällen kommen.

Auf dies alles gilt es sich vorzubereiten, Pläne zu erstellen, Lösungen zu suchen und Vorkehrungen zu treffen.

Ich danke den verantwortlichen Gremien der Stadt für die Unterstützung und das Vertrauen in die Feuerwehr.

Ich danke Euch, liebe Kameradinnen und Kameraden, für die geleistet Arbeit zum Wohle unserer Stadt.

Vielen Dank !

Ich ende mit unserem Leitspruch, Gott zur Ehr dem nächsten zur Wehr.

Langen, 26.01.2018

Frank Stöcker

Stadtbrandinspektor

Kategory: 
FWLangen2017