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Jahreshauptversammlung am 10.03.2017

Jahresbericht  des Stadtbrandinspektors

Eine Jahreshauptversammlung am 10. März, dies ist ungewöhnlich für die Feuerwehr Langen, findet sie doch normalerweise am letzten Freitag im Januar statt. In diesem Jahr zwangen uns Computerprobleme den Termin zu verschieben, denn wir konnten nicht auf die Datenbanken zugreifen.

Aber auch ohne Computer haben wir 2016 die uns gestellten Aufgaben erfolgreich gemeistert und dafür danke ich Euch.

Einsätze

Im Berichtsjahr 2016 wurde die Feuerwehr Langen zu 594 Einsätzen gerufen.

Die Einsätze im Jahr 2016 gliedern sich wie folgt:

►    85 Bandeinsätze

►  373 Hilfeleistungen

►  136 Fehlalarme

Brandeinsätze

Die vorgefundenen Einsatzlagen bei den Bränden ergaben folgende Klassifizierung:

►   7 gelöschte Feuer bei Eintreffen

► 43 Kleinbrände A

► 31 Kleinbrände B

►   2 Mittelbrände

►   2 Großbrände

Gleich im Januar kam es zu unserem ersten Großbrand. In den Morgenstunden des   13. Januar geriet eine Party in Oberlinden aus den Fugen. Während die Eltern im Urlaub waren, machte ein Brand das Haus unbewohnbar. Es entstand ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro.

Bei diesem Einsatz wurde es aber auch für uns gefährlich. So kam es zu einem Atemschutznotfall des Angriffstrupps, als dieser zwischen den Brandherd und die Rauchgasöffnung geriet, während sich das Feuer rasant ausbreitete. Dank der guten Ausbildung und der zuvor eingerichteten Anleiterbereitschaften konnte sich der Trupp unverletzt selbst retten.  Helme, Schutzanzüge und Funkgeräte wurden durch die Hitze stark beschädigt und mussten ausgemustert werden.

Im Laufe des Jahres wurden mehrere Gartenhütten gelöscht. Auch Kellerbrände hielten uns häufig auf Trab. So hatten wir einen Brandstifter, der mehrmals in der Lorscher Straße Keller anzündete.

Ein weiterer größerer Kellerbrand ereignete sich im Sandweg aufgrund eines Heizungsdefekts. In der Sammelunterkunft für Flüchtlinge des Landes Hessen in der Robert-Bosch-Straße brannte ein Duschcontainer, welcher schnell gelöscht werden konnte.

Rauchmelder machten 2016 mehrmals die Nachbarn auf beginnende Wohnungsbrände aufmerksam. So konnten wir dreimal rechtzeitig eingreifen und Personen aus total verrauchten Wohnungen retten.

Auch die Selbstentzündung von Holzstaub mit Leinöl wurde auf diese Weise der Feuerwehr gemeldet. Hier konnten wir rechtzeitig eingreifen und dadurch größeren Schaden verhindern.

Im August wurden wir während unserem Brandschutztag erheblich gefordert. Bei hochsommerlichen Temperaturen mussten 7 Einsätze abgearbeitet werden, darunter ein Großbrand kurz nach Ende der Veranstaltung.

Am Krankenhaus brannte ein Haufen mit mehreren Kubikmetern Ast- und Grünschnitt. Das Feuer hatte bereits auf mehrere Bäume übergegriffen, Rauch zog Richtung Krankenhaus. Der Einsatz forderte uns und die Kollegen aus Egelsbach, die uns unterstützten,  mehrere Stunden. An diesem Tag waren wir von Morgens um 6.00 Uhr bis Abends um 22.00 Uhr für die Stadt Langen tätig.

Einen klassischen Kaminbrand hatten wir in der Carl-Schurz-Straße. Hier war Glanzruß, der dem Kamin zusetzte, die Brandursache.

Immer wieder kommt es zu Bränden in unseren Hochhäusern. Solche Einsätze sind nicht nur sehr personalintensiv sondern auch äußerst anspruchsvoll, da diese Gebäude auf einem brandschutztechnischen Stand der 70er und frühen 80er Jahre sind.

Beispielsweise brannte in einem Hochhaus auf dem Balkon ein Fonduetopf mit starker Rauchentwicklung.

Im Oktober brannte es im 14. Obergeschoss der Weserstraße 11, Hessens höchstem Wohnhochaus. Da die Tür zu der Brandwohnung nicht geschlossen wurde, waren das 14. und 15. Obergeschoss stark verraucht. Neben der Brandbekämpfung mussten von uns mehrere Personen mit Fluchthauben gerettet werden. Der Einsatz war sehr personalintensiv, mussten doch 50 evakuierte Personen betreut und 5 verletzte Personen versorgt werden. Hier halfen uns mehrere umliegende Feuerwehren und das DRK Langen.

Bei den Brandeinsätzen 2016 wurden von uns 77 Personen gerettet, davon 27 verletzt.

Bei den Brandeinsätzen 2016 verletzten sich auch 5 Feuerwehrmitglieder leicht.

Technische Hilfeleistungen

Die 373 Hilfeleistungen teilten sich wie folgt auf:

►  13 Amtshilfe für Polizei etc.

►    0 Einsätze auf Gewässern

►  11 Gefahrguteinsätze

►  70 Ölspuren oder Auslauf von Betriebsmitteln

►  29 Tiereinsätze

►106 Einsätze zur Menschenrettung / Türöffnung/ Unterstützung Rettungsdienst                 

►  43 Unwettereinsätze / Sturmeinsätze

►  35 Verkehrsunfälle

►  66  sonstige Hilfeleistungen

Während diesen Einsätzen konnten 63 Personen von uns gerettet werden. Bei  diesen Einsätzen wurden 109 Personen verletzt und 6 Personen konnten nur noch tot geborgen werden.

Bei den Hilfeleistungen 2016 wurde von der Feuerwehr Langen wieder das gesamte Einsatzspektrum abgearbeitet.

Beispielgebend für auslaufende Betriebsmittel ist ein Bus, dem der Motor platzte, woraufhin sich das Motoröl über die B 486 ergoss. Auch wurde die Feuerwehr bei vielfältigen Tiereinsätzen tätig, wie bei der Rettung von Katzen von einem Dach in der Rheinstraße oder einer Äskulapnatter im Leukertsweg.

Über die Hubrettungsfahrzeuge wurden zahlreiche Menschenrettungen durchgeführt und Türöffnungen für den Rettungsdienst geleistet.

Auf den uns zugeteilten Abschnitten der B 486 und A 661, aber auch auf innerstädtischen Straßen gab es viele Verkehrsunfälle. Nach einem Unfall mit einer Kehrmaschine lief das Hydrauliköl aus und auf der Autobahn mussten Personen aus den verunfallten Fahrzeugen befreit werden. Eine Person musste sogar aus ihrem Elektrofahrrad geschnitten werden, da sich ein Fuß darin verklemmt hatte.

Zwei weitere Fahrradfahrer verunglückten auf der Südlichen Ringstraße, einer verstarb noch an der Unfallstelle.

Ein tödlicher Unfall ereignete sich im Bahnhof Langen. Eine Person wurde von einem einfahrenden Zug erfasst und starb. Dies geschah zur Hauptverkehrszeit um 18.00 Uhr, was zu einer erhebliche Anzahl von Schaulustigen führte.

Spektakulär wurde es im Februar. Während der Kinderfaschingsparty in der Stadthalle kam es im Hallenbad zum Austritt von Chlorgas. Dank des schnellen Einsatzes konnte die Chlorgaswolke gebunden und der weitere Austritt von Chlor gestoppt werden. Zum Schutz der Bevölkerung wurden alle Gäste der Veranstaltung in der Stadthalle gelassen und der Parkplatz sowie die Südliche Ringstraße gesperrt. Diese notwendigen Maßnahmen stießen nicht bei jedem auf Verständnis.

Auch ein Flugzeugabsturz war 2016 zu verzeichnen. So unterstützten wir unsere Kollegen der Feuerwehr Egelsbach beim Absturz eines Kleinflugzeuges, welcher relativ glimpflich ausging.

Eine Baufirma meinte in der Südlichen Ringstraße beim Ausheben einer Baugrube, alle Wurzeln mehrerer Bäume mit dem Bagger entfernen zu können. Da die Bäume nun instabil waren und auf die Straße zu fallen drohten, musste diese für mehrere Stunden gesperrt und die Bäume in mühevoller Arbeit, Stück für Stück, beseitigt werden.

Unwettereinsätze werden laut Klimabericht zunehmen. Im Jahr 2016 stand der gesamte Lidl-Markt in der Darmstädter Straße unter Wasser. Langen blieb aber letztes Jahr weitestgehend verschont. Bei mehreren Unwettereinsätzen unterstützten wir jedoch die Kollegen in Dietzenbach, Rodgau und Rödermark.

Im November kam es dann bei einem Glatteisunfall auf der A 661 dazu, dass weitere Fahrzeuge in die Einsatzstelle schleuderten und zwei Feuerwehrangehörige verletzt wurden. Der ELW wurde dabei erheblich am Heck beschädigt. Völlig unverständlich hob das Hessische Verkehrsministerium drei Tage später die Ausnahmegenehmigung zur Absicherung von Einsatzstellen mittels verkehrslenkenden Maßnahmen auf.

Wie soll man Kameraden, die drei Tage vorher noch Glück hatten und sich gerade noch retten konnten, erklären, dass sie den Verkehrssicherungsanhänger nicht weiter zur Eigensicherung einsetzen dürfen? Nach erheblichen Protesten der Feuerwehren, des Landesverbandes und städtischer Gremien konnte bereits drei Monate später eine neue Ausnahmegenehmigung erwirkt werden.

Fehlalarme

Im Jahr 2016 gab es folgende Fehlalarme:

► 93 Brandmeldeanlagen

► 29 blinde Alarme

►   2 böswillige Alarme

► 12 Fehlfahrten in Bereitstellung

Die Fehlalarme haben durch die Rauchmelderpflicht in Hessen erheblich zugenommen. Wie bereits erwähnt wurde, werden jedoch durch Rauchmelder auch immer häufiger Entstehungsbrände gemeldet. Die Eingreifzeit der Feuerwehr kann sich hierdurch signifikant verringern.

Bei den automatischen Brandmeldeanlagen in Firmen und Gebäuden mit besonderer Art und Nutzung sind in Langen mehrere zehntausend Einzelmelder in über 66 Brandmeldeanlagen aufgeschaltet. Auch wenn es immer wieder zu Fehlalarmen kommt, ist das Verhältnis von Fehleinsätzen zu der Anzahl der Einzelmelder gering.

Hilfsfristen

Im Berichtsjahr gab es 393 Einsätze mit Dringlichkeit. Hierbei wurden nach den Auswertungen der Überschreitungen, (z.B. ob der Einsatz in unserem Gebiet oder außerhalb liegt, oder wir auf den Hubschrauber warten mussten usw.), 17 Überschreitungen festgestellt. Das macht eine prozentuale Überschreitung von 4,33% oder einen Erreichungsgrad unserer Ziele von 95,67 %.

Unser, im Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan festgelegter Erreichungsgrad, der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist wird schlechter. Dies gilt es zu analysieren, um entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können.

Kopfzerbrechen machen mir in diesem Zusammenhang die geplanten Baumaßnahmen an der Rhein-Neckar-Brücke, der B 486 und in der Pittlerstraße.

Wollen wir hier unsere Hilfsfristen halten, so müssen wir unsere Ausrückzeiten verringern. Hierzu müssen in naher Zukunft Gespräche mit den verantwortlichen Personen geführt werden.

Personal

Wir begannen das Jahr 2016 mit 113 aktiven Mitgliedern. Im Laufe des Jahres gab es 1 Übernahme aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Es kamen 3 neue Feuerwehrleute aus anderen Feuerwehren und 8 Seiteneinsteiger dazu.  Dem gegenüber standen 13 Austritte aus der Feuerwehr und 2 Übernahmen in die Alters- und Ehrenabteilung. Dies ergibt einen Stand zum 31.12.2016 von 111 aktiven Mitgliedern in der Einsatzabteilung, davon 12 Frauen.

In der Alters- und Ehrenabteilung haben wir 38 Mitglieder, in der Jugendfeuerwehr 40 Jugendliche und in der Kinderfeuerwehr 19 Kinder.

Tagsüber ist die Situation der Einsatzbeteiligung weiter angespannt. Die meisten unserer aktiven Mitglieder arbeiten außerhalb von Langen.

Leider verließen uns einige aktive Mitglieder, weil sie in Langen keinen bezahlbaren Wohnraum fanden.

Von anderen trennten wir uns, da die Beteiligung an Unterrichten und Einsätzen viel zu gering war.

Kinder- und Jugendfeuerwehr

Unsere Jugendfeuerwehr feierte im Jahr 2016 ihr 50-jähriges Bestehen. Völlig eigenständig wurde von Ihnen eine Akademische Feier organisiert, Filme dafür gedreht und weitere Feierlichkeiten durchgeführt.

Unsere Jugendfeuerwehr ist mit derzeit 40 Jugendlichen so stark wie noch nie. Das ist wichtig für uns, denn hieraus rekrutieren wir die Mitglieder der Einsatzabteilung.

Zu Recht wurde daher die Jugendfeuerwehr mit dem Ehrenamtspreis 2016 von der Stadt Langen geehrt.

Auf 8 Jahre kann mittlerweile unsere Kinderfeuerwehr zurückblicken. Wurde bei der Gründung noch behauptet diese würde nur 2 bis 3 Jahre durchhalten, ist auch sie mit 19 Kindern so stark wie noch nie.

Erfreulich finde ich die Tatsache, dass mehrere Partnerinnen unserer Feuerwehrkameraden  eingetreten sind und die Betreuung der Kinder übernommen haben.

Hier sei allen Verantwortlichen, Ausbildern und Betreuern unserer Jugendfeuerwehr und der Kinderfeuerwehr recht herzlich gedankt, werden doch diese vielen Stunden zusätzlich zum allgemeinen Dienst geleistet.

Feuerwache

Im Jahr 2016 versuchte eine Partei noch den geplanten Neubau des Bauhofes und die Erweiterung der Feuerwache, kurz FENK, zu stoppen. Glücklicherweise gelang dies nicht und die Bauarbeiten für die Erweiterung der Feuerwache konnten beginnen und bis jetzt gut voran gehen.

Jetzt können wir in absehbarer Zeit unsere dringend benötigten, neuen Flächen beziehen und die vom Brandschutzaufsichtsdienst festgestellten Mängel im Bestandsgebäude beheben.

Parallel dazu müssen dann die frei gewordenen Flächen in der jetzigen Wache umgebaut werden, um weitere Personen in der Feuerwehr aufnehmen zu können.

Unser  Feuerwehrhaus ist mittlerweile 35 Jahre alt, daher gilt es auch in Zukunft, dass das Gebäude saniert und altersbedingte Schäden beseitigt werden. Insbesondere die Heizung und die Betonstützen führen immer wieder zu Problemen.

Fahrzeug und Gerät

Derzeit erreichen einige Großfahrzeuge der Feuerwehr Langen die 25 Jahr-Grenze. Die Stadtverordnetenversammlung legte 2015 mit dem Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan der Stadt Langen den Zeitplan zur Ersatzbeschaffung der Feuerwehrfahrzeuge fest.

Im Mai 2016 wurde von der Firma Walser das neue Kleinalarmfahrzeug geliefert. Es wurde auf der Feuerwehrfachmesse Rettmobil ausgestellt und leistet seit dem seinen Dienst bei uns. Die von uns festgelegten Anforderungen an das Fahrzeug wurden zur vollsten Zufriedenheit erfüllt. Durch das Fahrzeug kann vor Allem das stark belastete Hilfeleistungslöschfahrzeug entlastet werden.

Ende 2016 konnte dann das Staffellöschfahrzeug StLF als Ersatz für unser mittlerweile 26 Jahre altes Kleinlöschfahrzeug ausgeschrieben und bestellt werden. Gleiches gilt für den Gerätewagen Nachschub, der im Jahr 2006 eingespart wurde, aber dringend benötigt wird.

Mit dem Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan der Stadt Langen wird der Brandschutz für mittlerweile annähernd 40.000 Einwohner noch immer und auch weiterhin mit einem schlanken Fahrzeugbestand sichergestellt. Die Weichen sind für die Zukunft so gestellt, dass dies so bleibt und der jetzige Bestand nur ersatzbeschafft wird. Das heißt aber auch, dass die Fahrzeuge weiterhin einer sehr hohen Belastung auf einer Dauer von 25 Jahren ausgesetzt sind und daher die Qualität entsprechend hochwertig sein muss.

Im BEP ist aber auch die Beschaffung von Geräten und Ausrüstungsgegenständen geregelt worden.

So konnte 2016 die Vervollständigung unserer Strahlenschutzausrüstung mit Dosiswarngeräten abgeschlossen werden.

Beschafft wurden 2016 folgende Gerätschaften:

  • Neue und einheitliche Mehrgas-Messgeräte, dadurch konnte die Anzahl der Messgeräte erheblich minimiert werden.

  • Ein neuer Akkudrucklüfter

  • Drei Atemschutznotfalltaschen

  • Ein Rollwagen „Scheibe sichern“ und Rollwagen Stromgenerator
  • Ein Beamer und PC für die Ausbildung

  • Eine Brandsimulationsanlage für die Brandschutzausbildung

Ferner wurden die hydraulischen Rettungsgeräte auf Singlelinekupplungen umgestellt. Dies bot sich an, da turnusgemäß alle Hochdruckschläuche an den Geräten ausgetauscht werden mussten.

Der Verein Freiwillige Feuerwehr 1879 Langen e.V. unterstützte uns auch wieder. So beschaffte er ein COHb-Messgerät, welches der Sicherheit unserer Einsatzkräfte dient.

Zudem beschaffte der Verein einen Fahrzeuganhänger, der mehrfach genutzt wird. So dient er in erster Linie dem Transport der neuen Brandsimulationsanlage, kann aber auch bei Unwettereinsätzen zum zusätzlichen Transport von Unwetterausrüstung genutzt werden. Die Jugendfeuerwehr kann ihn für Freizeiten verwenden und der Verein für Materialtransporte.

Ich danke dem Verein, stellvertretend dem Vorsitzenden Michael Graf, für die Unterstützung und die geleistete Arbeit recht herzlich.

Ausbildung

Wie wichtig die Ausbildung ist, zeigte der Atemschutznotfall beim Wohnhausbrand im Januar. Gerade die Atemschutzausbildung mit Atemschutznotfalltraining hat sich hier bewährt.

Beim Atemschutzeinsatz ist auch die Fitness wichtig, werden doch hier erhebliche körperliche Anstrengungen abgefordert. Daher bieten wir für diejenigen, die möchten, seit längerem freiwillige Dienstsportveranstaltungen an. Mit der Fertigstellung des Anbaus gibt es dann auch endlich einen Fitnessraum, um sich fit zu halten.

Gerne lassen wir uns auch von externen Ausbildern einmal auf den neusten Stand bringen. So war im letzten Jahr ein Fahrlehrer zum Thema Verkehrssicherheit da und ein Wissenschaftler aus dem Senkenberg-Museum brachte uns mit dem Vortrag „keine Bange vor der Schlange“ den Umgang mit Schlangen bei.

Im Jahr 2016 wurden viele Stunden in die Ausbildung investiert. Es fand an 90 Tagen Ausbildung und an 126 Tagen Dienstsport statt. Hierbei wurden 6002 Stunden erbracht.

Zusätzlich zur Standortausbildung wurden 55 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene besucht. Hierbei wurden 1812 Stunden investiert.  Hier würden wir gerne mehr Lehrgänge besuchen, bekommen aber immer nur ein gewisses Kontingent zugewiesen. Leider mussten auch Lehrgänge abgegeben werden, da der Kreis keine Ersatzteilnehmer aus der eigenen Feuerwehr zulässt. Dies ist ärgerlich, da es auch in der eigenen Feuerwehr Wartelisten für die Lehrgänge gibt.

Brandschutzerziehung/ Brandschutzaufklärung

Die Brandschutzerziehung und die Brandschutzaufklärung ist eine gesetzliche Aufgabe der Kommune. Die Termine für diese Arbeit liegen in der Regel tagsüber zwischen 10.00 Uhr und 16.00 Uhr und können daher nicht von den freiwilligen Kräften übernommen werden. Das heißt hauptberufliches Personal muss diese Aufgabe übernehmen.

Im Jahr 2016 wurden von uns an 30 Brandschutzerziehungsterminen rund 300 Kinder und Schüler geschult.

Bei einer Projektwoche wurde 20 Schülern eine Woche lang die Arbeit der Feuerwehr gezeigt und die ersten Handgriffe vermittelt.

Für Erzieherinnen und Erzieher der Stadt Langen und weitere Firmen bildeten wir an 19 Terminen 150 Brandschutzhelfer aus.

An 2 Terminen wurden 20 Flüchtlingen in der Sammelunterkunft in der Handhabung von Feuerlöschern und im vorbeugenden Brandschutz geschult.

Für alle Termine zusammen ergab dies einen Aufwand von ca. 500 Stunden.

Sehr hilfreich war hierbei unsere neue Brandsimulationsanlage, da hier die Hauptamtlichen Kräfte nicht mehr die in Mühlheim ausgeliehene Anlage holen und zurück bringen müssen. Dadurch haben wir mehr Zeit für weitere Schulungen. Die Kosten für die neue Brandsimulationsanlage konnten bereits zu rund 1/3 wieder eingenommen werden.

Und die Nachfrage für Termine dieser Art steigt. Wir können derzeit nicht alle Anfragen positiv beantworten, da uns schlichtweg das Personal dafür fehlt.

Brandschutztag

Am letzten Sonntag im August stellten wir uns wieder der Bevölkerung vor. In diesem Jahr stand unser Brandschutztag ganz im Zeichen der Jugendfeuerwehr, hatte diese doch in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Trotz einiger Einsätze konnten wir den Besuchern ein umfangreiches Programm bieten.

Für den Brandschutztag wendeten wir ca. 880 Stunden auf.

Brandsicherheitsdienst

Im Jahr 2016 stellten wir erstmals in der Geschichte der Feuerwehr Langen bei über 100 Brandsicherheitsdiensten das Personal in der Stadthalle, der TV-Turnhalle und im Schloss Wolfsgarten. Insgesamt waren es 106 Brandsicherheitsdienste.

Hierzu musste von 226 Personen ein Personalaufwand von rund 896 Stunden erbracht werden.

7 Bereitschaftswachen an Himmelfahrt, dem Ebbelwoifest, dem Langener Markt und Silvester wurden durchgeführt.  Hierbei wurden 1041 Stunden erbracht.

Am Ebbelwoifestfreitag wurde aufgrund eines angekündigten Unwetters die Anzahl der Einsatzkräfte auf der Wache erhöht.

Auch für dieses Jahr liegen uns jetzt schon einige Anforderungen für den Brandsicherheitsdienst vor. So sind weitere Großveranstaltungen an der Kiesgrube und der Stadthalle geplant. Nicht vergessen darf man dabei, dass auch diese Arbeit rein ehrenamtlich erbracht wird.

Vorbeugender Brandschutz

Auch im letzten Jahr führten wir Brandverhütungsschauen mit dem Kreis durch, nahmen Brandmeldeanlagen und Feuerwehrschließungen ab und führten Drehleiterstellproben sowie Räumungsübungen durch.

Dies alles ist sehr zeitintensiv und wir konnten nicht an allen Terminen des vorbeugenden Brandschutzes des Kreises Offenbach teilnehmen, häufen sich derartige Termine bei der derzeitigen Bautätigkeit.  Dabei wäre es wichtig für den Einsatzfall die Objekte und deren verantwortlichen Personen zu kennen.

Weiterhin hoch ist die telefonische und auch persönliche Beratung zu Rauchmeldern und Feuerlöschern. Solche Anfragen häufen sich wenn in den Medien von Feuern in der Region berichtet wird.

Interkommunale Zusammenarbeit

Die intensive Zusammenarbeit mit unseren Nachbarfeuerwehren ist mittlerweile zu einem Selbstläufer geworden. So finden regelmäßig Treffen und Absprachen der Stadtbrandinspektoren statt. Es wurden auch wieder Beschaffungen von Fahrzeugen und Ausrüstung besprochen, damit nicht jede Feuerwehr alles vorrätig halten muss.

Die CSA-Ausbildung, Gefahrgutausbildung und das Atemschutznotfalltraining wurden gemeinsam durchgeführt. Weitere Ausbildungen, wie Waldbrandbekämpfung und Eisrettung, sind geplant.

Die neuen Alarm- und Ausrückordnungen wurden gemeinsam geplant und optimiert, indem die Nachbarfeuerwehren besser eingebunden werden.

Dass dies gut funktioniert, zeigten bereits einige gemeinsame Einsätze. Wichtig ist hier, dass man sich bereits aus Übungen kennt und weiß was die Anderen leisten können.

Gerade für Feuerwehren wie uns, ohne eigene Stadtteilfeuerwehren, ist es wichtig, sich mit den Nachbarn abzustimmen, da uns diese im Einsatzfall unterstützen. Gerade in der heutigen Zeit, in der es auch immer mehr Paralleleinsätze gibt.

Zusammenfassung der Gesamtleistung

Im Jahr 2016 wurden  insgesamt 29.818 Stunden erbracht, die sich wie folgt zusammensetzen:

►  5451 Stunden für Einsätze

►  6002 Stunden für interne Ausbildung, sowie Sonderausbildungen  und Dienstsport

►  1812 Stunden für externe Ausbildung

►    896 Stunden für Brandsicherheitsdienste

►   1041 Stunden für Bereitschaftswachen

►   1380 Stunden für Unterweisungen/ Brandschutzerziehung und den Tag der offenen Tür

►    130 Stunden für Integrationsarbeit, Mitgliedergewinnung und  Besuchergruppen etc.

►  6595 Stunden für die Geräte- und Fahrzeugwartung

►   6511 Stunden für die Verwaltung

Wir bewegen uns, wie auch in den letzten Jahren, im Bereich um die 30.000 Stunden.

Dies ohne große Unwetter und Sturmeinsätze. In den nächsten Jahren ist mit einer Zunahme der Arbeitsstunden zu rechnen. Dies gilt es auf möglichst viele Schultern zu verteilen, damit die Belastung im Ehrenamt für den Einzelnen nicht zu hoch wird.

Nicht eingerechnet in der Stundenzahl sind die vielen Stunden für Übungsvorbereitungen und Einsatznacharbeiten, sowie freiwillige Übungsstunden,

z. B. mit Drehleiter und Teleskopmast sowie Übungsfahrten.

Resümee

Mit dem im März 2015 einstimmig von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenem Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan für die Stadt Langen wurden die Weichen für die Zukunft der Feuerwehr Langen gestellt.

Dank der zügigen Umsetzung beim Anbau der Feuerwache und der Ersatzbeschaffung der Einsatzfahrzeuge sind wir technisch gut aufgestellt und können den Brandschutz für knapp 40.000 Einwohner sicherstellen.

Ich danke den verantwortlichen Gremien der Stadt für die Unterstützung und das Vertrauen in die Feuerwehr.

Mehrfach standen wir auch 2016 im Blickpunkt der Öffentlichkeit, in Zeiten von Twitter, Instagram, Facebook und Co. steht man schneller im Mittelpunkt als man denkt.

Als wir eine Leichenbergung am Bahnhof Langen hatten, und wir auf die Pietät und die Kriminalpolizei warten mussten, wurden wir gefilmt wie wir doch tatsächlich lachten. Dass die Einsatzkräfte ganz sicher nicht über die Situation lachten, sondern nach einer vergangenen Einsatzdauer von mehr als zwei Stunden  Alltägliches besprachen und darüber schmunzelten, kam dem Filmer nicht in den Sinn. Er stellte den Film in Facebook ein. Was darauf folgte war beeindruckend, denn durch die Bank weg wurde die Feuerwehr gelobt und gestärkt. Eine Aussage lautete „mir sind lachende Feuerwehrmänner im Einsatz lieber, als welche die mit gebrochener Seele heimgehen“.

Mehrfach hat sich im letzten Jahr gezeigt, dass die Bevölkerung unsere Arbeit wahrnimmt und respektiert. Es wird nicht jeder sein, aber die Mehrheit steht hinter uns und dies sollte uns anspornen weiter zu machen.

In diesem Sinne danke ich Euch liebe Kameradinnen und Kameraden für die geleistet Arbeit zum Wohle unserer Stadt.

Vielen Dank !

Ich ende mit unserem Leitspruch, Gott zur Ehr dem nächsten zur Wehr.

Vielen Dank!

Langen, 10.03.2017

Frank Stöcker

Stadtbrandinspektor

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