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Jahreshauptversammlung am 29. Januar 2016

Am Freitag, den 29. Januar 2016, lud die Feuerwehr Langen die Mitglieder der Einsatzabteilung wie auch die Alters- und Ehrenabteilung zur Jahreshauptversammlung 2015 in die Hallen der Feuerwache in der Darmstädter Straße ein.

Wie in jedem Jahr berichtete der Stadtbrandinspektor Frank Stöcker über die geleistete Arbeit des vergangenen Jahres und ließ insbesondere eindrucksvolle Einsätze Revue passieren. Im Fokus des Berichts standen unter anderem die Zahlen und Fakten. Dementsprechend musste die Langener Feuerwehr im Jahr 2015 zu insgesamt 524 Einsätzen ausrücken. Diese gliederten sich in 84 Brandeinsätze, 339 Hilfeleistungen und 101 Fehlalarme.

Im Bereich der Brandeinsätze mussten die Einsatzkräfte neben Klein- und Gartenhüttenbränden auch zu Bränden in Wohnungen, Hochhäusern und dem Krankenhaus ausrücken. Insgesamt wurden während dieser Einsatzszenarien 49 Personen gerettet, 21 Personen wurden verletzt und für zwei kam jede Hilfe zu spät.

Spektakulär war die außerordentlich schnelle Rettung eines bereits bewusstlosen Bewohners eines brennenden Hauses in der Gartenstraße. Hier stiegen die Einsatzkräfte kurzerhand über das Fenster in die völlig verrauchten Räume ein, um den Mann über das Fenster an die draußen wartenden Kollegen zu übergeben. Diesem schnellen und unkonventionellen Handeln der Einsatzkräfte verdankt der Mann sein Leben.

Die Bandbreite der Hilfeleistungen war wie gewohnt vielfältig. Besonders auffällig war die hohe Anzahl von 43 Tierrettungen. Während Verkehrsunfällen, Türöffnungen und Rettungen von Personen mit Hubrettungsgeräten konnte die Feuerwehr Langen 50 Personen retten. 84 Personen wurden bei diesen Einsätzen verletzt und 10 Personen konnten nur noch tot geborgen werden.

Die Feuerwehr musste zwölfmal in den Stadtteil Oberlinden ausrücken, um exotische Schlangen in privaten Gärten, auf öffentlichen Wegen und sogar in einer Küche einzufangen.

Die Anzahl der 101 Fehlalarme ist hinnehmbar. In der Regel handelte es sich um Fehlauslösungen automatischer Brandmeldeanlagen. Zudem kommen immer häufiger Auslösungen privater Heimrauchmelder. Trotzdem meldeten Brandmeldeanlagen und auch private Heimrauchmelder immer wieder Entstehungsbrände. Aufgrund der frühzeitigen Alarmierung der Feuerwehr konnten Personenschäden und hohe Sachschäden durch diese Gefahren-Meldeanlagen vermieden werden.

Im Personalbereich ist die Feuerwehr Langen ähnlich aufgestellt, wie das Jahr zuvor. So begann die Einsatzabteilung das Jahr 2015 mit 114 Einsatzkräften. Über das Jahr konnten 10 neue Mitglieder gewonnen werden. 10 Einsatzkräfte verließen die Abteilung und ein Feuerwehrangehöriger wechselte in die Alters- und Ehrenabteilung. Somit besteht die Einsatzabteilung zum Ende des Berichtsjahres aus 113 aktiven Feuerwehrangehörigen.

Stadtbrandinspektor Frank Stöcker weist jedoch, trotz der guten personellen Aufstellung, darauf hin, dass es insbesondere während der typischen Arbeitszeiten immer wieder zu Engpässen in Bezug auf die Tagesalarmsicherheit kommt. Speziell die Tagesalarmsicherheit und die wachsenden gesetzlichen Aufgaben einer Feuerwehr in einer expandierenden Stadt wie Langen machen weitere hauptberufliche Kräfte erforderlich. So kann die Feuerwehr Langen zum Beispiel vielen Anfragen zu Brandschutzerziehung und Brandschutzschulungen, welche zu den gesetzlichen Pflichten der Feuerwehr gehören, nicht mehr nachkommen.

In Bezug auf den seit vielen Jahren angesprochenen Platzmangel in den Räumen und Hallen der Feuerwache ist Besserung in greifbarer Nähe. Das Projekt Feuerwehr-Erweiterung und Neubau KBL-Betriebshof (FENK) wurde im Juni 2015 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Mit der Fertigstellung des Anbaus mit Sozialräumen, Büros für die Verwaltung und Räume für die Ausbildung der Feuerwehr wie auch einer zusätzlichen Fahrzeughalle kann 2018 mit ausreichend Platz geplant werden.

Stöcker erinnert jedoch daran, dass auch der Bestand der mittlerweile 34 Jahre alten Feuerwache, weiter saniert und instandgehalten werden muss. Die im Berichtsjahr in Dienst gestellte neue Einsatzzentrale erfüllt  die Erwartungen der Feuerwehr in vollem Umfang und „konnte im letzten Jahr schon mehrfach bei Einsätzen und Übungen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen“ so der Stadtbrandinspektor.

Auch der stark beanspruchte Fahrzeugpark wird sukzessive modernisiert. So konnte im Juli 2015 ein neues Klein-Alarm-Fahrzeug (KLAF) ausgeschrieben werden. Die Aufträge für Fahrgestell und Aufbau wurden entsprechend vergeben und mit der Fertigstellung des KLAF wird im April 2016 gerechnet. Das Fahrzeug dient insbesondere zur Entlastung der Großfahrzeuge, die neben dem Ausbildungsdienst zusätzlich bis zu 350 Einsätze pro Jahr bewältigen müssen. So sollen mit dem KLAF unter anderem Einsätze wie  Wasserrohrbrüche, Tierrettungen und Betriebsmittelverschmutzungen abgearbeitet werden können.

Ferner stellte Stöcker die Notwendigkeit eines zusätzlichen Gerätewagen Logistik (GW-L) heraus, dessen Beschaffung in dem Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan der Stadt Langen für das Jahr 2017 vorgesehen ist. Ein solches Fahrzeug dient der Logistik und ist insbesondere für Unterstützungsaufgaben, wie im Bereich der Flüchtlingshilfe aber auch anderer logistischen Aufgaben, unabdingbar. Die Feuerwehr Langen sparte ein vergleichbares Fahrzeug im Jahr 2006 ein, der daraufhin beschaffte GW-L/TH, welcher damals gleich zwei ausgemusterte Fahrzeuge ersetzen sollte, kann diese Aufgaben jedoch nicht übernehmen. Er hat für Logistikaufgaben zu wenig Platz im Ladebereich und muss immer erst entladen werden, da er zusätzlich schweres Gerät für die Technische Hilfeleistung mitführen muss.

Während der angesprochenen Einsätze im Bereich der Flüchtlingshilfe musste die Feuerwehr Langen deshalb auf den Gerätewagen-Logistik der Feuerwehr Egelsbach zurückgreifen.

Neben der gestarteten Bestellung des KLAF wurden diverse Geräte beschafft. Hier stand speziell die Schutzkleidung der Einsatzkräfte im Fokus. So wurden modernere wie auch ergonomischere Helme, hochwertigere Flammschutzhauben für Brandeinsätze und Überlebensanzüge für die Wasserrettung in der kalte Jahreszeit beschafft. „Das hohe Sicherheitsniveau der Schutzausrüstung für unsere Einsatzkräfte hat bei der Feuerwehr Langen einen priorisierten Stellenwert“ so der Stadtbrandinspektor.

Im Bereich der Ausbildung wurden insgesamt 7.910 Stunden erbracht. Hiervon fanden alleine 5.958 am Standort statt. Zu den 89 internen Ausbildungsveranstaltungen kommen 116 Dienstsportveranstaltungen mit 1.612 hinzu. Die 1.952 Stunden der externen Ausbildung wurden während 59 Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene absolviert.

Ohne die adäquate und zielgruppenorientierte Ausbildung der Einsatzkräfte wäre das professionelle Abarbeitend er verschiedenen Einsatzschwerpunkte nicht mehr möglich.

Neben dem „Alltagsgeschäft“ unterhält die Feuerwehr Langen zwei Sondereinheiten. Die Sondereinheit Dekontamination (DEKON), welche bereits seit mehreren Jahren besteht, wird im Rahmen des Gefahrstoffzuges „West“ des Kreises Offenbach bei Gefahrguteinsätzen alarmiert, um betroffene Zivilisten wie auch Einsatzkräfte während Austritten von gefährlichen Stoffen und Gütern zu dekontaminieren, sprich zu reinigen.

Im Berichtsjahr wurde zudem die Sondereinheit Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel (ANTS) installiert. Diese Einheit steht an Einsatzstellen mit ausgedehnten und komplexen Gebäuden bereit, um in Not geratene Atemschutzgeräteträger während Brandereignissen aus dem Gefahrenbereich zu retten. Diese Einheit gibt es in dieser Form erst zweimal in Deutschland.

Die interkommunale Zusammenarbeit ist für die Feuerwehren des Westkreises nichts Neues. Bereits seit Jahren werden Beschaffungen von Geräten und Einsatzplanungen in Abhängigkeit miteinander besprochen und abgestimmt. Auch im Berichtsjahr fand eine enge Zusammenarbeit mit den Städten Neu Isenburg, Dreieich und der Gemeinde Egelsbach statt. Neben gemeinsamer Ausbildungsveranstaltungen und der konzeptgerechten Beschaffung von Geräten leistete die Feuerwehr Langen so u.a. nachbarschaftliche Hilfe bei großen Brandereignissen in Egelsbach und Neu Isenburg wie auch dem Flugzeugabsturz nahe dem Egelsbacher Flugplatz.

Stadtbrandinspektor Frank Stöcker schloss seinen Bericht mit der Zusammenfassung der Gesamtleistung ab. Demnach wurden in dem Jahr 2015 insgesamt 31.271 Stunden erbracht (die genaue Aufteilung entnehmen Sie dem Jahresbericht). Das sind insgesamt 1.117 Stunden mehr als im Jahr 2014, die für die Sicherstellung des Brandschutzes, die allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz in der Stadt Langen aufgewendet wurden.

Stöcker betonte, dass die Feuerwehr mit der Umsetzung der Anforderungen des 2015 beschlossenem Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan der Stadt Langen gut aufgestellt ist. Er rief ins Gedächtnis, dass in einer Stadt, welche in absehbarer Zeit über 40.000 Einwohner erwartet, Sicherheit auch Lebensqualität bedeutet.

Neben dem Stadtbrandinspektor berichteten die Jugendfeuerwehr und die Kinderfeuerwehr über die Aktivitäten des Jahres 2015. Auch hier zeigt sich wie wichtig eine solide und gut strukturierte Organisation ist. Jugendfeuerwehrwart Christian Buchold betonte, dass die Ausbilder der Jugendabteilung zusätzlich mehr als 2.000 Stunden Jugendarbeit leisteten. In Anbetracht der hohen Einsatzzahlen und der Ausbildungsstunden im Bereich der Einsatzabteilung sei dies eine nicht selbstverständliche, zusätzliche Belastung, die hoch anzurechnen ist. Auch über die Arbeit der Jugendlichen weis Buchold nur positives zu berichten. Die Arbeit mit „einer engagierten, quirligen und geschäftigen Jugendgruppe, die uns fordert und stets selbst den Drang hat besser zu werden“ ist Lohn genug für den Mehraufwand der Ausbilder. Die Jugendfeuerwehr besteht derzeit aus 33 Mitgliedern. Zusätzlich lud Jugendfeuerwehrwart Christian Buchold alle Teilnehmer der Versammlung ein, das im Jahr 2016 50 jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Langen mit zu feiern. So findet u.a. am 14. Juni 2016 eine große Jubiläumsfeier in der Neuen Stadthalle Langen statt.

Auch die verantwortliche Betreuerin der Kinderfeuerwehr, Katharina Buchold, ließ das Jahr 2015 Revue passieren. Die 15 „Feuerwehrbären“ werden spielerisch unter pädagogischer Aufsicht an die Aufgaben der Feuerwehr herangeführt.

Trotz guter personeller Aufstellung sind die Abteilungen der Feuerwehr Langen jederzeit offen für neue Mitglieder. Alle Informationen für interessierte Bürger, Jugendliche und Kinder findet man unter www.feuerwehr-langen.de

Den Jahresbericht 2015 finden Sie, wie weitere Jahresberichte abgelaufener Berichtsjahre, unter: http://feuerwehr-langen.de/jahresberichte

Kategory: 
JHV2016