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Jahresbericht des Stadtbrandinspektors 2014

Jahresbericht des Stadtbrandinspektors

 

Ich danke allen, die sich im abgelaufen Jahr wieder bei der Feuerwehr engagiert haben, sei es bei Einsatz, Ausbildung, Kinder- oder Jugendarbeit. Ihnen allen zollt ein Lob für die erbrachte Leistung zum allgemein Wohl unserer Stadt.

Diese Arbeitsleistung wird in meinem Jahresbericht für 2014 wie folgt genauer erläutert.

 

Einsätze

Im Berichtsjahr 2014 wurde die Feuerwehr Langen zu 500 Einsätzen gerufen. Dies ist genau die von uns für das Jahr 2014 prognostizierte Einsatzzahl.

Für uns war das Jahr 2014 ein durchschnittliches  Einsatzjahr, alle Einsatzarten waren vertreten und es gab normale und spektakuläre Einsätze.

Die Einsätze im Berichtsjahr gliedern sich wie folgt:

►    80 Bandeinsätze

►  339 Hilfeleistungen

►    81 Fehlalarme

 

Brandeinsätze

Die vorgefundenen Einsatzlagen bei den Bränden ergaben folgende Klassifizierung:

►   2 gelöschte Feuer bei Eintreffen

► 37 Kleinbrände A

► 28 Kleinbrände B

► 11 Mittelbrände

►   2 Großbrände

Der erste Einsatz 2014 kam am 01.01. um 00:19 Uhr. Auf einem Balkon in der Darmstädter Straße 1 brannten Unrat und Möbel. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte schlimmeres verhindert werden.

Im Februar eilten wir unseren Kollegen aus Dreieich zur Hilfe.  Auf der Hauptstraße in Sprendlingen brannte in einem Wohn- und Geschäftshaus ein Zahnarztlabor.

Spektakulär klang die Meldung einer Explosion mit Folgebrand im Hochhaus Dieburger Straße 1 im Mai. Der Einsatz stellte sich später als explodierte und  brennende Campingkartusche auf einem Balkon heraus, bei der eine Person leicht verletzt wurde.

Im Juni und Juli hielten uns mehrere brennende Gartenhütten in Atem. Es ging wohl wieder ein Brandstifter um.

In der Nacht vom 07.07.2014 brannten fast zeitgleich 4 Gartenhütten und ein Wohnwagen, die Feuerwehren aus Sprendlingen und Egelsbach eilten uns zur Hilfe.

Nach einem Unwetter am 11.07.2014 mit über 100 Unwettereinsätzen, kam es am 12. Juli zu einem Großbrand einer Lagerhalle in der Ohmstraße neben dem Deutschen Roten Kreuz. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr mit unseren beiden Hubrettungsgeräten und der frühzeitigen Nachalarmierung unserer Kameraden aus Dreieich, Neu-Isenburg und Egelsbach konnte das Übergreifen des Feuers auf eine weitere Lagerhalle und ein Wohnhaus verhindert werden. Dennoch entstand erheblicher Sachschaden, auch an Ausrüstungsgegenständen des DRK.

Rechtzeitig gerufen wurden wir in die Albertus-Magnus-Kirche wo aufmerksame Mitarbeiter in einem Nebenraum Brandgeruch feststellten. Von uns konnte dann in einer Elektroverteilung ein brennender Trafo ausfindig gemacht und gelöscht werden.

Die Meldung Wohnungsbrand mit Menschenleben in Gefahr erhielten wir am 18. September. In der Lutherstraße brannte eine Wohnung im Erdgeschoss, das gesamte Treppenhaus war verqualmt. Mehrere Personen standen auf Balkonen oder am Fenster und schrien um Hilfe, eine Person war bereits auf das Dach geklettert. Mittels Drehleiter und Steckleitern konnten die Bewohner in letzter Minute gerettet werden. Mehrere Personen erlitten eine Rauchgasvergiftung.

Im Oktober halfen wir dann den Kameraden aus Neu-Isenburg bei einem Großbrand in einem Industriebetrieb. Die Feuerwehr Langen rückte mit 6 Fahrzeugen und 26 Einsatzkräften an und übernahm  einen eigenen Brandabschnitt. Der Einsatz für uns dauerte über 8 Stunden.  Eine Ausbreitung in unserem Abschnitt auf die Gebäude der Stadtwerke Neu-Isenburg konnte auch Dank des Einsatzes unseres Teleskopmastes verhindert werden.

Ein LKW-Brand sowie mehre PKW-Brände mussten auf dem uns zugeteilten Abschnitt der A 661 gelöscht werden.

Ein Kellerbrand mit eingeschlossen Personen in den oberen Stockwerken forderte uns im Dezember noch einmal. Auch hier wurden zahlreiche Personen gerettet, das Haus war auf Grund der starken Rußschäden vorerst unbewohnbar.

Bei den Brandeinsätzen 2014 wurden 28 verletzt, 45 Personen konnten von der Feuerwehr gerettet werden. Nicht erfasst sind die zahlreichen  Personen, die ihre Wohnungen dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr noch unbeschadet verlassen konnten.

Leider zogen sich auch drei Feuerwehrangehörige bei den Einsätzen leichte Verletzungen zu.

 

Technische Hilfeleistungen

Die 339 Hilfeleistungen teilten sich wie folgt auf:

►    7 Amtshilfe für Polizei etc.

►    1 Einsätze auf Gewässern

►    3 Gefahrguteinsätze

►  63 Ölspuren oder Auslauf von Betriebsmittel

►  19 Tiereinsätze

►  82 Einsätze zur Menschenrettung / Türöffnung / Unterstützung  Rettungsdienst                 

►  91 Unwettereinsätze

►  22 Verkehrsunfälle

►  51  sonstige Hilfeleistungen

Bei den Hilfeleistungen konnten von uns 44 Personen gerettet werden. Bei  diesen Einsätzen wurden 67 Personen verletzt und 7 Personen konnten nur noch tot geborgen werden.

Ein Schwerpunkt bei den Hilfeleistungen lag 2014 wieder bei den Patientenrettungen. So wurden unzählige Türen für Rettungsdienst geöffnet und verletzte oder erkrankte Personen mittels Teleskopmast oder Drehleiter gerettet. Unterstützt wurde der Rettungsdienst auch bei der Rettung von schwergewichtigen Personen.

Außerdem war da noch die Rettung eines Kindes, welches mit der kompletten Hand in der Schiebetüre eines VW-Busses eingeklemmt war und von uns befreit wurde.

Mehrere Gefahrguteinsätze beschäftigten uns 2014. Unter anderem kam es zur Freisetzung einer unbekannten Substanz im Forstring, mehrere Personen klagten hierbei über Atembeschwerden.

Im März beschäftigte uns ein Chlorgasaustritt im Hallenbad, der Zwischenfall konnte auf einen kleinen Bereich begrenzt werden.

Im Baustellenbereich der B 486 wurden bei einem Dieseldiebstahl ca. 100 Liter Diesel auf der Fahrbahn und den Maschinen verteilt.

Immer wieder beschäftigen uns schwere  Verkehrsunfälle auf der Autobahn oder der Bundesstraße, so auch 2014. Bei einem besonders schweren Unfall im Ausfahrtsbereich der A661 gab es mehrere schwer verletzte Personen. Eine schwerst eingeklemmte Person musste von uns befreit werden.

Auch einen Unfall mit einem Luftfahrzeug gab es im Berichtsjahr. So gab es eine Notlandung eines Hubschraubers neben der A 661. Eine tote Person gab es im November im Gleiskörper der Bahn, vermutlich brachte sich die Person selbst um.

Am Freitag den 11. Juli 2014 zog ein Unwetter mit starkem Gewitter auf. Mehrere Gartenhütten wurden von Blitzen in Brand gesetzt, beim DRK-Heim in der Ohmstraße kam es durch einen Blitzeinschlag zu einem Schwelbrand.  Auf dem Steinberg wurden etliche Kellerwohnungen und Kellerräume unter Wasser gesetzt. An diesem Tag erreichten uns insgesamt 83 Hilfeersuchen, hier wurden wir tatkräftig von den Kameraden aus Neu-Isenburg und Zeppelinheim unterstützt.

Ein erneutes Unwetter am 29. Juli traf vor allem das Krankenhaus. Der komplette Keller des Bettenhauses stand unter Wasser und musste von uns trockengelegt werden. Gleichzeitig konnten wir mit unseren großen Tauchpumpen der Feuerwehr Dreieich in Offenthal helfen. Hier wurden von uns mehrere Tiefgaragen leer gepumpt.

Es gab auch 2014 wieder kuriose Einsätze bei der Feuerwehr Langen. So riss ein LKW am neuen Toom-Baumarkt einen mehrere Tonnen schweren Stahlträger ab, welcher dann auf dem LKW liegen blieb. Dank des Rüstwagenkrans der Feuerwehr Dreieich konnten wir auch dieses Problem lösen.

Einem jungen Mann, der mit dem viel zu engen Ring am Finger, auf der Wache vorstellig wurde, konnte durch uns geholfen werden.

In der Berliner Allee fuhr ein nicht mehr ganz nüchterner Autofahrer gegen eine Garage und brachte diese zum Teileinsturz.

Auch Wasserrohrbrüche auf der Straße beschäftigten uns 2014. Im Ginsterbusch wurden mehrere Fahrzeuge unterspült und konnten gerade noch gerettet werden. Weniger glimpflich ging der Wasserrohrbruch vor dem Hochhaus Dieburger Straße 1 aus. Schätzungsweise mehr als 200.000 Liter Wasser liefen in die Kellerräume, wir waren mehrere Stunden beschäftigt das Wasser zu beseitigen.

Tierrettungen gehören auch zu den Aufgaben der Feuerwehr. Im Berichtszeitraum rückten wir zu diesen 19 mal aus. In der Liebigstraße war eine Katze auf dem Dach im 6. Stock eingeklemmt und wurde von uns mit dem Teleskopmast gerettet, Pferde liefen auf der Straße oder ein angeschossener Reiher musste eingefangen werden.

Schon in den letzten Jahren habe ich auf die Risiken bei Stromausfällen aufmerksam gemacht. Im Januar traf es in Langen wieder rund 5000 Haushalte, die mehrere Stunden keinen Strom hatten. Auch dies verursachte der Feuerwehr mehrere Einsätze.

 

Fehlalarme

Im Jahr 2014 gab es folgende Fehlalarme:

► 56 Brandmeldeanlagen

► 13 blinde Alarme

►   2 böswillige Alarme

► 10 Fehlfahrten in Bereitstellung

81 Fehlalarme sind bei uns durchaus vertretbar. Durch die Pflicht von Rauchmeldern in privaten Haushalten kam es zu der ein oder anderen Fehlmeldung. Diese gibt es hier genauso wie bei den aufgeschalteten Brandmeldeanlagen.

Auch 2014 wurden über Rauchmelder mehrere Brände gemeldet, unter anderen zwei Küchenbrände, ein Zimmerbrand in der Psychiatrie und im Altenheim, so wie das Feuer in der Lutherstraße.  Einige Personen konnten sich so dank der Auslösung der Rauchmelder rechtzeitig in Sicherheit bringen.

 

Hilfsfristen

Im Berichtsjahr gab es 259 Einsätze mit Dringlichkeit. Hierbei wurden nach den Auswertungen der Überschreitungen, (z.B. ob der Einsatz in unserem Gebiet oder außerhalb liegt, oder wir auf den Hubschrauber warten mussten usw.), 8 Überschreitungen festgestellt. Das macht eine prozentuale Überschreitung von 3,09% oder einen Ereichungsgrad unserer Ziele von 96,91 %.

 

Personal

Wir begannen das Jahr 2014 mit 103 aktiven Mitgliedern. Im Laufe des Jahres gab es 7 Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Es kamen 6 neue Feuerwehrleute aus anderen Feuerwehren und 3 Seiteneinsteiger dazu.  Dem gegenüber standen 3 Austritte aus der Feuerwehr und 2 Übernahmen in die Alters- und Ehrenabteilung. Dies gibt einen Stand zum 31.12.2014 von 114 aktiven Mitgliedern in der Einsatzabteilung, davon 14 Frauen.

Auch wenn es mit 114 Aktiven so aussieht, als hätten wir in Zukunft keine Sorge Mitglieder zu bekommen, so schlecht sieht es bei uns unter der Woche während der Arbeitszeit aus. Kaum einer unserer Mitglieder arbeitet in Langen. Tagsüber erreichen wir nur jeden Fünften, das heißt uns stehen uns dann nur 20-24 Feuerwehrmänner/ und -frauen zur Verfügung.

Dies ist heute schon bei Paralleleinsätzen und langwierigen Einsätzen schwierig. Über kurz oder lang werden wir 2-3 weitere hauptamtlichen Mitarbeiter bei der Feuerwehr benötigen, zumal die Aufgaben im Tagesgeschäft erheblich zugenommen haben.

Bei den hauptamtlichen Kräften konnten wir dennoch im abgelaufenen Jahr eine erhebliche Verbesserung erfahren, eine reine Verwaltungskraft wurde gegen einen Feuerwehrbeamten ausgetauscht und die offene halbe Stelle in der Werkstatt konnte besetzt werden. Dies brachte eine kleine Entlastung.

Unser wichtigstes Standbein für die Zukunft ist aber die Kinder- und Jugendfeuerwehr. Der größte Teil unserer Einsatzabteilung entstammt der Jugendfeuerwehr. In der Kinder- und Jugendabteilung wird hervorragende, moderne und zielorientierte Arbeit geleistet, die die Jugend begeistert. Ich danke allen Verantwortlichen, Ausbildern und Betreuern für die zusätzlich erbrachte Leistung. Vielen Dank macht weiter so.

Nicht weniger wichtig ist unser Feuerwehrverein, der sich um den geselligen Teil und zusätzliche Gelder wie z.B. Spenden kümmert. Er unterstützt immer wieder die Verbesserung unserer Ausrüstung. Hier danke ich dem Vorsitzen Michel Graf und allen anderen die sich im Verein engagieren recht herzlich.

 

Feuerwache

Positives zu berichten gibt es aus dem Bereich Strom und der Zentrale. Nach langen und nicht immer ganz leichten Umbauarbeiten, wurde im laufenden Betrieb unsere Stromverteilung erneuert und von der Zentrale in den Keller gebaut. Zeitgleich erfolgte die Erneuerung der Zentrale, jetzt sind wir hier für die nächsten Jahre gerüstet.

Die Renovierung des jetzigen Altbaus, der immerhin schon 33 Jahre alt wird muss aber weiter gehen, denn wieder gab es Störungen an der Heizung, Risse im Beton und so weiter.

Auch beim letzten Unwetter blieb  die Feuerwache nicht verschont.   Wassermassen drangen in den Keller setzten Heizungsraum, Flure, Lager und den Jugendraum unter Wasser. Mehrere Wochen liefen Trocknungsgeräte, die Fensterfront des Jugendraumes wurde erneuert und der Jugendraum wurde gefliest. Die Jugendfeuerwehr half tatkräftig bei der Renovierung des Jugendraumes mit, die Firma Zimmermann spendete die Farbe, so konnten erhebliche Kosten gespart werden.

Größtes Problem ist und bleibt der Platzmangel den ich schon seit Jahren anspreche. Alle im Haus machbaren Verbesserungen wurden ausgeschöpft, es ist kein freier Platz mehr vorhanden. Räume und Stellflächen müssen mehrfach genutzt werden und die Verkehrsflächen können nicht immer frei gehalten werden. Dies wurde vom Abnahmebeamten des Landes Hessen auch schon mehrfach angemahnt.

Aber mit dem Stadtverordnetenbeschluss im letzten Jahr, das Bauvorhaben Anbau Feuerwehr und Neubau Bauhof in Angriff zunehmen und dem vom Land Hessen der Stadt dafür bewilligten Zuschuss, hoffe ich, dass dieses Vorhaben zügig umgesetzt wird und wir die dringend benötigten Räume erhalten.

 

Fahrzeug und Gerät

Im März 2014 wurde das TLF 4000 von der Firma Walser ausgeliefert, in den anschließenden Wochen wurde Ausbildung an dem Fahrzeug durchgeführt.

Im Mai ging das Fahrzeug dann noch einmal zur Ausstellung auf die Fachmesse Rettmobil nach Fulda. An diesem Fahrzeug besteht ein reges Interesse. So besuchten uns seit Mai viele andere Feuerwehren und in der Fachzeitschrift Brandschutz wurde ein Artikel darüber veröffentlicht. Seit der Indienststellung im Juni wurden mit dem Fahrzeug schon einige Einsätze abgearbeitet. Da es multifunktional einsetzbar ist, kam es unter anderem beim dem Großbrand in der Ohmstraße und in Neu-Isenburg, dem Dieselklau auf der B 486, oder dem Unwetter im Juli zum Einsatz. Das von uns geplante Fahrzeug entspricht den Anforderungen und ist qualitativ hochwertig ausgeführt, was hoffentlich dem geforderten Lebenszyklus von 25 Jahren genügt.

Unsere beiden Hubrettungsfahrzeuge rückten im Jahr 2014 bei 177 Einsätzen mit aus und wurden dabei 67 mal eingesetzt, 25 Personen konnten über diese gerettet werden, 6 mal erfolgte eine direkte Brandbekämpfung über die Hubrettungsfahrzeuge und 35 Hilfeleistungen wurden mit diesen durchgeführt. Dies zeigt, dass die beiden Fahrzeuge dringend gebraucht werden. Sie dienen der Sicherheit unserer Mitbürger der Stadt, sowie unserer Einsatzkräfte zum Beispiel zur Sicherstellung eines zweiten Rückzugweges bei der Brandbekämpfung.

Auch im letzten Jahr mussten einige Schäden an den Fahrzeugen behoben werden, die Aufgrund hoher Belastung und den vielen Einsätzen entstehen. Meist handelt es sich hierbei um die Löschgruppenfahrzeuge, die die meisten Einsätze abarbeiten und teilweise über 300-mal im Jahr ausrücken. Diese Fahrzeugtypen  sind bei einer Feuerwehr unserer Größenordnung nicht für 25 Jahre ausgelegt.

Bei den Fahrzeugen die noch einige Jahre bei uns im Einsatz sind haben wir im letzten Jahr begonnen die Beklebung zu ändern. Wie schon bei den neu beschafften Fahrzeugen, wurden diese mit einer retroreflektieren Konturmarkierung beklebt. Dies trägt erheblich zur Sicherheit bei, da die Fahrzeuge auch am Tage besser erkennbar sind. Diese Maßnahme werden wir versuchen in den nächsten Jahren nach und nach an allen Fahrzeugen durchzuführen.

Sehr zur Sicherheit unserer Einsatzkräfte beigetragen hat auch die Anschaffung des Verkehrsabsicherungsanhängers im letzten Jahr, welcher seitdem schon mehrfach auf der Autobahn und der Bundesstraße zum Einsatz kam.

Im letzten Jahr wurden mehrere Rollwagen für die auf der Wache gelagerten Ausrüstungsgegenstände angeschafft. So haben zurzeit 18 Rollwagen im Dienst für die Dekonanlage, Tauchpumpen und die  Rüstwagenbeladung.

Schmerzlich vermissen wir in diesem Zusammenhang den vor Jahren eingesparten Gerätewagen Nachschub, der jetzt für diese Zwecke dringend benötigt würde. Dies gilt es in Zukunft im Brand-schutzbedarfs- und Entwicklungsplan  zu berücksichtigen.

Verbessert wurde unsere Ausrüstung im Bereich Atemschutz. So wurden unsere Atemschutzgeräte auf Überdrucktechnik und ESA-Steckanschluss umgerüstet. Dadurch sind wir wieder kompatibel mit unseren Nachbarfeuerwehren und können im Einsatzfall Geräte tauschen. Außerdem trägt die Überdrucktechnik zur erhöhten Sicherheit der Einsatzkräfte bei Undichtigkeiten der Maske bei.

In unserer Atemschutzwerkstatt wurden im Jahr 2014  2068 Prüfungen an Atemschutzgeräten, Lungenautomaten, Masken und Vollschutzanzügen durchgeführt. Hierbei konnten gebrauchte Geräte oftmals noch in der Nacht wieder sofort einsatzbereit gemacht werden.  Auch dies trägt zur Sicherheit bei, gab es doch auch schon Überlegungen Atemschutzwerkstätten zu zentralisieren.

Mit der Beschaffung neuer Helme wurde im letzten Jahr begonnen, so konnten die ersten 50 neuen Helme für Atemschutzgeräteträger beschafft werden. Die Helme haben eingebaute Visiere und eine Helmlampe, auch dies hat sich bei mehreren Einsätzen schon bewährt. Die Helme wurden vom Kreis in der Kreiskleiderkammer als Standard festgelegt. Durch eine gemeinsame Beschaffung einiger Feuerwehren im Kreis konnte hier ein günstigerer Preis erzielt werden. In den nächsten Jahren werden wir weitere Helme anschaffen.

Des Weiteren wurde noch die Rettungsplattform ersatzbeschafft, jetzt lässt sich aus der Rettungsplattform auch noch ein Schienenrollwagen bauen. Auch die Absturzsicherungen wurden nach Ablauf der Einsatzzeit ausgetauscht.

Der Verein 1879 Langen e.V. unterstützte uns auch wieder mit der Beschaffung von Ausrüstung. So erhielten wir zwei Schleifkorbtragen, einen Sichtschutzvorhang, Übungsblenden für die Atemschutzmasken und ein Bücherpaket für die Kinderfeuerwehr.

 

Ausbildung

Die gute und stetige aus Ausbildung einer Feuerwehr ist wichtiger denn je, ist auch hier eine immer schnellere Verbesserung der Technik und somit auch Veränderung der Taktik zu verzeichnen. Die neuen Medien und elektronische Hilfen machen auch vor der Feuerwehr nicht halt.

Neben der allgemeinen Feuerwehraus-bildung, beschäftigen wir uns derzeit mit zwei Sonderaufgaben. So bilden wir Kräfte von uns im Bereich der Dekontaminationsanlage aus und es gibt eine Gruppe die sich mit der Rettung verunglückter Atemschutzgeräteträger in Sondergebäuden und bei besonderen Einsatzsituationen beschäftigt.  

Unsere Anstrengungen bei der Verbesserung der Ausbildung blieben auch anderen nicht verborgen. So kamen schon einige andere Feuerwehren, um sich über die Ausbildung der Jugendfeuerwehr zu informieren. Die Berufsfeuerwehren Kassel und Darmstadt waren da um sich die Dekontaminationsanlage und das zugehörige Konzept erläutern zu lassen und der Kreis Offenbach und die Berufsfeuerwehr Wiesbaden informierten sich über die atemschutznotfalltrainierte Staffel.

Im letzten Jahr wurde zudem an einigen Abenden zusätzlich das Personal am neuen Tanklöschfahrzeug ausgebildet.

Die körperliche Fitness im Feuerwehrdienst wird immer wichtiger und rückt bei der Eignungsuntersuchung immer mehr in den Fokus der Arbeitsmediziner.

Außerdem sind die Anforderungen in der  Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger gestiegen. Um Einsatzkräften die Möglichkeit zur Steigerung und Erhalung der körperlichen Leistungsfähigkeit zu geben besteht die Möglichkeit zur Nutzung der Schwimmbäder der Stadt Langen. Außerdem wurde donnerstags eine Sporthalle gemietet um Dienstsport zu machen. Weiter steht der Fitnesscontainer (wenn auch nicht optimal) zur Verfügung.

Auch im letzten Jahr hätten wir gerne mehr Lehrgänge auf Landes- und Kreisebene besucht, aber viele Anmeldungen kamen zurück. Es steht nur begrenzt Platz für die Lehrgänge zur Verfügung. Was ich aber nicht verstehe ist, dass wir seit Jahren keine Zugführerlehrgange erhalten. Diese werden dringend benötigt, da die jetzigen Zugführer in den nächsten Jahren altersbedingt ausscheiden werden.

Auch beim Grundlehrgang fehlen uns Plätze. Wir sorgen für neue Mitglieder, können diese aber nur halten, wenn sie ausgebildet sind und sie dann Aufgaben übernehmen dürfen.

Im Jahr 2014 wurden viele Stunden in die Ausbildung investiert. Es fanden an 68 Tagen Ausbildungen statt. Hierbei wurden 5176 Stunden erbracht. Dazu kamen 15 Sonderausbildungen mit 732 Stunden und 74 Dienstsportveranstaltungen mit 1187 Stunden. Dies sind nur für die Standort-ausbildung 157 Termine mit 7095 Stunden, ohne Unterrichtsvor- und Nachbereitung.

Zusätzlich zur Standortausbildung wurden 68 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene besucht, hierbei wurden 2544 Stunden investiert.

 

Brandschutzerziehung / Brandschutzaufklärung

Die Brandschutzerziehung und –Brandschutzaufklärung ist eine gesetzliche Aufgabe der Kommune.

Die Termine für diese Arbeit liegen in der Regel tagsüber zwischen 10.00 Uhr und 16.00 Uhr und können daher nicht von den freiwilligen Kräften übernommen werden.

Das heißt hauptberufliches Personal muss diese Aufgabe übernehmen.

Im Jahr 2014 wurden von uns an 32 Brandschutzerziehungsterminen rund 400 Kinder und Schüler geschult.

Und die Nachfrage für Termine dieser Art steigt, wir können derzeit nicht alle Anfragen positiv beantworten da uns schlichtweg das Personal dafür fehlt.

 

Brandschutztag

Am letzten Sonntag im August stellten wir uns wieder der Bevölkerung vor. Neben den üblichen Übungen von Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung stellten wir diesmal unser neues TLF und den Verkehrsabsicherungsanhänger vor. Die Veranstaltungen fanden reges Interesse und die Angebote, Ausstellungen usw. wurden gut angenommen.

Für den Brandschutztag wendeten wir ca. 790 Stunden auf.

 

Brandsicherheitsdienst

Im Jahr 2014 stellten wir bei 88 Brandsicherheitsdiensten das Personal in der Stadthalle und im Schloss Wolfsgarten.

Hierzu musste von 182 Personen ein Personalaufwand von  rund 710 Stunden erbracht werden.

6 Bereitschaftswachen an Himmelfahrt, dem Ebbelwoifest und Silvester wurden durchgeführt  Hierbei wurden 893 Stunden erbracht.

Auch für dieses Jahr liegen uns jetzt schon einige Anforderungen für den Brandsicherheitsdienst vor. So sind weitere Großveranstaltungen an der Kiesgrube und der Stadthalle geplant. Nicht vergessen darf man dabei, dass auch diese Arbeit rein ehrenamtlich erbracht wird.

 

Vorbeugender Brandschutz

Die Rauchmelderpflicht in Hessen ab 01.01.2015 bereitete auch uns eine Menge Arbeit, fast täglich beantworten wir derartige telefonische Anfragen von Bürgern. Viele Bürger kamen auch zu uns auf die Wache um sich zu informieren.

Im Berichtsjahr wurden zahlreiche Termine durchgeführt für Räumungsübungen, Drehleiterstellproben, Abnahmen von Brandmeldeanlagen oder Gefahrenverhütungsschauen. Gerade im Bereich von Einsatz-vorbereitung und dem Erstellen von Einsatzplänen sind solche Termine wichtig.

 

Interkommunale Zusammenarbeit

Auch wenn nicht viel darüber gesprochen wird, die Zusammenarbeit und die Absprachen mit den anderen Feuerwehren funktionieren.

Es gab wieder Termine und Absprachen mit den Stadtbrandinspektoren aus Dreieich und Neu-Isenburg. Es wurde über Neuanschaffungen und Einsparungen gesprochen, sowie über die Hilfe bei Einsätzen und der Ausbildung.

Dass diese Absprachen auch in die Tat umgesetzt werden und funktionieren konnten wir im letzten Jahr mehrfach unter Beweis stellen. Bei Einsätzen wie Unwetter und Großbränden, aber auch wieder in der Gerätewartung und der Beratung zum Beispiel dem Umbau der Zentrale, sowie bei der Ausbildung.

Wenn sich die Kräfte schon im Vorfeld bei Schulung und Ausbildung näher kennen lernen und wissen was man leisten kann, klappt es auch im Einsatz besser.

Gerade eine Feuerwehr wie in Langen, die keine Ortsteilwehren hat auf die sie zurückgreifen kann, profitiert von dieser Zusammenarbeit.

 

Zusammenfassung der Gesamtleistung

Im Jahr 2014 wurden  insgesamt 30.094 Stunden erbracht, die sich wie folgt zusammensetzen:

►  5737 Stunden für Einsätze

►  7095 Stunden für interne Ausbildung, sowie Sonderausbildungen und Dienstsport

►  2544 und externe Ausbildung

►    710 Stunden für Brandsicherheitsdienste

►    893 Stunden für Bereitschaftswachen

►    800 Stunden für Unterweisungen / Brandschutzerziehung und den Tag der offenen Tür

►      75 Stunden für Integrationsarbeit, Mitgliedergewinnung und Besuchergruppen etc.

►  6071 Stunden für die Geräte- und Fahrzeugwartung

►   6032 Stunden für die allgemeine Verwaltung

Dies sind 2349 Stunden mehr wie im Jahr 2013. Wenn man aber bedenkt, dass 1,5 Stellen des hauptberuflichen Personals ein dreiviertel Jahr nicht besetzt waren, wurden diese Mehrstunden ausschließlich von den freiwilligen Kräften erbracht. Dies entspricht in etwa den 2 geforderten zusätzlichen Stellen.

 

Resümee

Eine funktionierende Feuerwehr ist für eine Kommune auch immer ein Standortfaktor. So wurde im letzten Jahr bei einer Pressekonferenz der Stadt die Feuerwehr gelobt, dass sie schlagkräftig sei und über Hubrettungsfahrzeuge verfüge, so dass eine eine Firma dadurch auf ein zweites Treppenhaus verzichten konnte.

Oder die Firmen denen wir helfen konnten, als die Klimaanlage ausfiel oder der Keller unter Wasser stand, in denen wichtige Unterlagen lagerten.

Wenn sich neue Firmen ansiedeln sollen, die Bevölkerung wächst, der Bauboom noch nicht zu Ende ist, muss auch die Infrastruktur stimmen. Dazu zählt eben auch die Feuerwehr.

Dies alles gilt es in Zukunft zu stemmen, eine vernünftige Planung aufzustellen, auf dass wir auch in Zukunft alle uns gestellten Aufgaben erfüllen können.

Ich danke Euch liebe Kameradinnen und Kameraden für den unermüdlichen Einsatz zum Wohle unser Mitbürger und unser Stadt und die von Euch erbrachte Arbeit.

Vielen Dank!

Ich ende mit unserem Leitspruch

Einer für alle, alle für einen.

Langen, 30.01.2015

Frank Stöcker

Stadtbrandinspektor

 

Jahresbericht des Stadtbrandinspektors 2014.pdf

 

 

 


 

 

 

 

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