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Jahresbericht 2011 des Stadtbrandinspektors

 

Das abgelaufene Jahr 2011 möchte ich mit einem dicken Danke beginnen. Dank an die Einsatzkräfte der Feuerwehr Langen für noch mehr geleistet Arbeit als erwartet. Sprach ich 2010 noch von ungewöhnlich vielen Einsatz- und Arbeitsstunden, wurde dies 2011 noch einmal übertroffen.

Aber wie lange noch lässt sich diese Schraube nach oben drehen, wann ist die Belastungsgrenze erreicht und wie können wir eine Entlastung jedes einzelnen erzielen?

 

 

 

   

 

Aber wie lange noch lässt sich diese Schraube nach oben drehen, wann ist die Belastungsgrenze erreicht und wie können wir eine Entlastung jedes einzelnen erzielen?

Dies alles gilt es für die Zukunft zu klären.

 

Einsätze

Im abgelaufenen Berichtsjahr 2011 wurde die Feuerwehr Langen zu 873 Einsätzen gerufen. Die Einsätze im Berichtsjahr gliedern sich wie folgt:

►  110 Brandeinsätze

►  647 Hilfeleistungen

►  116 Fehlalarme

 

Brandeinsätze

 

Die vorgefundenen Einsatzlagen bei den Bränden ergaben folgende Klassifizierung:

  • ►   6 gelöschte Feuer bei Eintreffen
  • ► 31 Kleinbrände A
  • ► 52 Kleinbrände B
  • ► 13 Mittelbrände
  • ►   8 Großbrände

 

Bereits am 03.Januar 2011 wurde die Feuerwehr Langen zu ihrem ersten großen Feuer des Jahres gerufen, in der Friedhofstraße stand ein Wohnzimmer in Flammen. Auslöser war ein Tannenbaum, das Haus wurde unbewohnbar, der Schaden war hoch.

Von März bis Mai hielten uns einige Wald- und Schilfbrände in Atem, hatten wir doch ein trockenes Frühjahr.

Mehrere Feuer wurden 2011 von Brandmeldeanlagen gemeldet. Ein Dehnungsfugenbrand im Krankenhaus, eine brennende USV-Anlage bei DFS oder das Feuer  in der Heizungsanlage einer Firma um nur ein paar zu nennen.

 

Zu einem Stromausfall kam es am 30. März in der Siemensstraße. Ursache war ein Trafobrand. Mit Unterstützung der Stadtwerke konnte hier schlimmeres verhindert werden. Bei diesem Einsatz zeigte sich auch, dass es für eine Firma sinnvoll ist Feuerwehrleute zu beschäftigen. So konnten doch die Mitarbeiter der Stadtwerke anschließend dank ihrer Tätigkeit bei der Feuerwehr mit Atemschutz und dem Material der Feuerwehr die Stromversorgung für mehrere Haushalte wieder sicherstellen.

Brennender Müll vor einem Gebäude in der Triftstraße griff im November auf das Gebäude über. Ein größerer Schaden konnte durch die Feuerwehr verhindert werden.

 

Kurz vor Weihnachten brannte dann beim Kraftsportverein Langen die Sauna, weil die Putzfirma Kunststoffmatten auf dem Saunaofen gelegt hatte.

 

Bei den Brandeinsätzen 2011 bereiteten uns die Hochhäuser in Langen eine Reihe von Einsätzen. Gerade Brände in diesen Gebäuden sind eine besondere Herausforderung für die Feuerwehr, benötigt man hier doch viel Personal und eine gute Fitness.

 

So brannte in der Nacht vom 01. auf den 02. August 2011 eine Wohnung im 14. Stock der Südlichen Ringstraße 195 total. Die anrückenden Kräfte konnten schon vom Feuerwehrhaus aus die Flammen sehen und hörten eine Person schreien, die vom Balkon zu springen drohte.

Dank der Unterstützung weiterer Feuerwehren und des Rettungsdienstes konnten wir 2 Personen verletzt retten, durch die starke Rauchentwicklung in dem Gebäude mussten die Stockwerke vom 14. bis zum 18. Stock evakuiert werden. Hier wurden 52 Personen in Freie gebracht und vom Rettungsdienst betreut.

 

Ein paar Wochen später brannte es im selben Hochhaus wieder. Im 5. Stock stand eine Küche in Brand, die Wohnung war total verraucht. In letzter Minute konnten die eingesetzten Feuerwehrmänner noch eine schlafende Person retten, diese erlitt eine Rauchvergiftung.

 

In dem Hochhaus Dieburger-Straße 1 suchten wir ein Feuer über eine Stunde lag,

zog doch im 15. Stock Rauch aus den Lüftungsschächten in eine Wohnung. Fündig wurden wir nachdem wir nachts um 1:00 Uhr klingelten und einige Stockwerke darunter angebranntes Essen in einer Wohnung fanden.

 

Bei den Bränden im Jahr 2011 gab es 1 tote Person und 6 verletzte Personen zu verzeichnen. Bei der Feuerwehr gab es im Berichtsjahr keine verletzen Angehörigen zu beklagen.

 

Unzählige Betroffene in den einzelnen Objekten wurden von der Feuerwehr gerettet oder ins Freie gebracht, so alleine schon über 100 Personen bei den Hochhausbränden.

 

Technische Hilfeleistungen

 

Die 647 Hilfeleistungen teilten sich wie folgt auf:

►    8 Amtshilfe für Polizei etc.

►    4 Einsätze auf Gewässern

►    3 Gefahrguteinsätze

►  49 Ölspuren oder Auslauf von   

           Betriebsmittel

►365 Sturm und Unwettereinsätze

►  26 Tiereinsätze

►107 Einsätze zur Menschenrettung

           Türöffnung/

           Unterstützung  Rettungsdienst                 

► 35 Verkehrsunfälle

► 50  sonstige Hilfeleistungen

 

Bei den Hilfeleistungen lag der Schwerpunkt, wie bereits im Vorjahr, bei den Menschenrettungen. So wurden Türen geöffnet, Personen mit den Hubrettungsfahrzeugen, oder auf dem baulichen Rettungsweg mit dem Rettungsdienst gerettet, oder aus Unfallfahrzeugen befreit. So konnten von uns 84 Personen gerettet werden. Bei  diesen Einsätzen wurden 126 Personen verletzt und 9 Personen konnten nur noch tot geborgen werden.

 

Ein neuer Trend erreicht auch unsere Einsatzkräfte. Bei einer Türöffnung durch die Feuerwehr wurde eine Leiche gefunden, die mit einem Einmalgrill Selbstmord verübte. Hierbei entsteht giftiges Kohlenmonoxid,, welches auch die Einsatzkräfte gefährdet.

 

Kinder waren in verschlossenen PKW´s gefangen, weil sich moderne Fahrzeuge nach einiger Zeit selbstständig verschließen. Spektakulär war die Rettung eines Kindes, welches hinter einer Heizung eingeklemmt war. Dank unserer Hilfe erlitt der verängstigte Junge aber nur leichte Verbrennungen an der Backe. Ein Rollstuhlfahrer blieb im Feld mit einer gebrochenen Achse liegen, auch ihm konnten wir helfen.

 

Unheimliches Glück hatte ein Autofahrer, der bei einem Verkehrsunfall von einem tief fliegenden Porsche gestreift wurde. Dieser landete anschließend in einem Stromkasten, was tagelang zum Ausfall der Ampelanlage an der Mühltalbrücke und damit zu Verkehrsbehinderungen führte.

 

Bei einem anderen Unfall geriet ein Autofahrer beim Ziehen eines Parktickets am Krankenhaus mit dem Bein unter seinen eigenen Wagen.

 

In zwei unterschiedlichen Firmen fielen 2011 aus verschiedenen Gründen in den Serverräumen die Kühlungen aus. Wir kühlten die Umgebungstemperatur von teilweise über 80 Grad mit Lüftungsgeräten herunter und konnten so den drohenden hohen finanziellen Schaden verhindern.

 

Bei mehreren Einsätzen auf Paddelteich und Kiesgrube konnte unser Boot wertvolle Hilfe leisten. So wurden für die Polizei mehrfach Roller und Motorräder aus dem Wasser geborgen und Öl entfernt.

Zu einem erheblichen Verkehrschaos kam es in der Südlichen Ringstraße Ecke Darmstädter Straße, als ein LKW 200 Liter gebrauchtes Speisefett verlor. Die flüssige Masse wurde schnell fest und verwandelte die Straßen in eine Rutschbahn. Wir brauchten mehrere Stunden  um das Speisefett aufzunehmen und die Straße zu reinigen.

 

Am Ebbelwoifestsonntag kam es dann In den Obergärten bei einer neu installierten Solaranlage unter lautem Zischen zum Austritt des Trägergases. Dieser Zwischenfall konnte mit der Abschaltung der Anlage und Gasmessungen im Keller schnell behoben werden.

 

Die meiste Arbeit im letzten Jahr bereite uns aber das Wetter. Sturm- und Gewitter zogen über Langen.

 

Am 22. Juni standen nach einem heftigen Gewitter viele Keller unter Wasser und Bäume waren umgestürzt.

 

Am Hochhaus Dieburger-Straße 1 stürzten Dachteile ab, weitere wurden von uns gesichert.

 

Ein weiterer Regenschauer setzte die Altstadt unter Wasser. Nachdem bei Bauarbeiten am Schwimmbad eine Kanalblase gesetzt worden war, lief das Wasser über die Weiherwiese in die Keller.

 

Der ereignisreichste Tag des letzten Jahres aber war der 24. August. Gegen 17.15 Uhr zog ein heftiges Gewitter mit starken Windböen über Langen hinweg. Laut mehrerer Augenzeugenberichte gab es auch eine Windhose mit Bodenkontakt. Innerhalb weniger Minuten erreichten uns dutzende Hilferufe.

 

Der Stadtteil Oberlinden war von der Außenwelt abgeschnitten. Es kam kein Fahrzeug mehr rein oder raus da umgestürzte Bäume die Zufahrten blockierten.

 

Auch im Nordend und am Bahnhof sah es schlimm aus. Überall um gestürzte Bäume, abgedeckte Dächer oder umher geflogene Gegenstände. Elf Personen wurden zum Glück nur leicht verletzt, so waren ganze Dächer und Bäume auf Autos gestürzt oder Windböen wehten die Leute einfach um.

Die ersten zwei Stunden waren wir auf uns alleine gestellt. 63 Kräfte der Feuerwehr Langen kämpften an allen Ecken. Hilfe konnte nicht gerufen werden, da sämtliche Telefonleitungen und der Funk überlastet waren.

 

Später  bekamen wir Hilfe von über 100  weiteren Einsatzkräften aus dem ganzen Kreisgebiet, die uns auch am darauf folgenden Tag halfen.

 

Drei Tage lang arbeiten wir über 300 Einsatzstellen ab.  In Oberlinden waren mehrere Kranwagen und Gartenbaufirmen mit der Beseitigung der Schäden beschäftigt. Der Stadtteil veränderte mit einem Schlag sein Aussehen. In manchen Bereichen blieb kaum ein Baum stehen, über hundert Jahre alte Bäume fielen um wie Streichhölzer.

 

Die Abstände zwischen Unwettern werden geringer, Hochwasser und Stürme machen uns zu schaffen.  Wir müssen uns auf diese Ereignisse weiter einstellen. Die Ausbildung und Ausrüstung müssen erweitert und verbessert werden, damit wir der Bevölkerung weiter helfen können.

 

 

Fehlalarme

Im Jahr 2011 gab es folgende Fehlalarme:

► 75 Brandmeldeanlagen

► 15 blinde Alarme

►   6 böswillige Alarme

► 20 Fehlfahrten in Bereitstellung

 

Sicherlich sind Fehlalarme ärgerlich, aber im letzten Jahr wurden neben den 75 Fehlalarmen über Brandmeldeanlagen mehrere Realfälle gemeldet. die automatischen Melder meldeten fünf Feuer, einen überhitzter Serverraum und  zwei Wasserrohrbrüche. So konnte größerer Schaden durch schnelles Eingreifen verhindert werden.

 

Bei den Fehlfahrten konnte meist die Polizei oder der Rettungsdienst vor unserem Eintreffen Hilfe leisten.

 

Böswillige Alarme kommen meist aus den Hochhäusern, hier drücken vermeintliche Witzbolde Druckknopfmelder und freuen sich wenn die Feuerwehr kommt. Diese  ausfindig zu machen ist aber leider so gut wie unmöglich.

 

 

Hilfsfristen

Im Berichtsjahr gab es 349 Einsätze mit Dringlichkeit. Hierbei wurden nach den Auswertungen der Überschreitungen, (z.B. ob der Einsatz in unserem Gebiet oder außerhalb liegt, oder wir auf den Hubschrauber warten mussten usw.), 10 Überschreitungen festgestellt. Das macht eine prozentuale Überschreitung von 2,87% oder einen Ereichungsgrad unserer Ziele von 97,13 %.

 

Nicht mitgezählt werden konnten bei der Auswertung die Unwettereinsätze. Bei der Vielzahl  der eingegangen Notrufe mussten die Betroffenen teilweise mehrere Stunden auf Hilfe warten. Entgegen früherer Jahre gab es aber deswegen keine Beschwerden, hat doch jeder das Ausmaß des Schadens gesehen.

 

 

Personal

Wir begannen das Jahr 2011 mit 96 aktiven Mitgliedern. Im Laufe des Jahres gab es 3 Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Es kamen 2 neue Feuerwehrleute aus anderen Feuerwehren und 2 Seiteneinsteiger.  Dem gegenüber standen 2 Übernahmen in die Ehren- und Altersabteilung und 7 Austritte aus der Feuerwehr. Dies gibt einen Stand zum 31.12.2011 von 94 Mitgliedern in der Einsatzabteilung, davon 14 Frauen.

Die Arbeitsbelastung jedes einzelnen bei der Feuerwehr ist hoch. Dies müssen wir verstärkt auf mehrere Schultern verteilen. Schwer wird es aber gerade im Bereich Ausbildung und Brandschutzerziehung Freiwillige zu finden, die hier zusätzlich Verantwortung übernehmen.

Wie ich schon im letzten Jahresbericht erwähnte, sinkt die Tagesalarmsicherheit. Unsere Mitglieder finden in Langen keinen passenden Arbeitsplatz. Bei der steigenden Zahl der Einsätze können aber die tagsüber zur Verfügung stehenden Kräfte nicht immer zum  Alarm erscheinen. Wenn der Piepser ca. 50 bis 70 mal im Jahr während der Arbeitszeit ertönt, fragt jeder Arbeitgeber ob dies nötig sei. Wir benötigen daher weitere städtische Angestellte, die uns tagsüber zur Verfügung stehen. Sei es von der Verwaltung, dem Bauhof oder bei der Feuerwehr.

 

 

Feuerwache

Die neue KFZ-Werkstatt hat ihren Betrieb aufgenommen, aber noch gibt es den ein oder anderen Baumangel, der beseitigt werden muss. Gleiches gilt für das neue Holzlager. Beide Bauten brachten uns aber die dringend benötigte Entlastung im Werkstattbereich.

 

Die wohl wichtigste Fertigstellung im letzten Jahr war die Atemschutzwerkstatt. Sie ist für uns optimal ausgestattet und der Betrieb läuft reibungslos, wie sich bei den vielen Einsätzen des letzten Jahres zeigte.

 

Wie schon im letzten Jahresbericht angesprochen, sieht es im Verwaltungs- und Sozialbereich anders aus, hier wird dringend neuer Platz benötigt. Der Herrenumkleideraum ist voll belegt, die Größe der Spinde reicht aber für die derzeitige Einsatzkleidung nicht.

 

Bei den Unwettereinsätzen hat sich gezeigt, dass die Küche für so viele Einsatzkräfte nicht ausgelegt ist, der Unterrichtsraum wurde zweckentfremdet als Küche, Büro und Aufenthaltsraum. Es gibt keinen Sozialraum mehr was dem Vereinsleben und der Kameradschaft schadet.

Die Zentrale ist 30 Jahre alt, entspricht nicht mehr dem Stand der Technik, ein Büro wurde hier noch eingebaut. Der Platz ist zu klein, beim Unwetter arbeiten auf engstem Raum bis zu 7 Personen.

 

Vor 30 Jahren zogen wir mit 1 Computer und 3 elektrischen Schreibmaschinen in die damals neue Feuerwache, heute reichte die vorhandene Stromleitung nicht mehr aus, ist doch die Technik weiter gewachsen.

 

Gerade die gestiegene Zahl der Einsätze die schneller kommenden Großeinsätze und Unwetter haben uns unsere Defizite im Feuerwehrhaus aufgezeigt. Es besteht hier dringender Handlungsbedarf, um weiterhin schnell und effektiv Hilfe leisten zu können.

Die dringend benötigten weiteren Einsatzkräfte können nur geworben werden, wenn für sie auch Platz vorhanden ist. Es muss dann auch wieder ein Raum für das kameradschaftliche Miteinander vorhanden sein, denn wenn man seine Freizeit schon für das Wohl seiner Mitbürger einsetzt, müssen wenigstens die Rahmenbedingen stimmen.

 

Wir wissen um die finanzielle Situation unserer Stadt, aber auch die Sicherheit ist ein Standortfaktor den man nicht aus der Sicht verlieren sollte und bei der Feuerwehr besteht hier dringender Handlungsbedarf.

 

Fahrzeug und Gerät

Im März wurde uns ein Schlauchboot mit Außenbordmotor und Trailer übergeben. Dies wurde nötig, da die Kiesgrube rekultiviert wird und aus der Ostgrube lauter kleine Seen entstanden, die von der DLRG nicht mehr erreicht werden können. Die Firma Sehring übernahm die Kosten von Boot und Zubehör und der Feuerwehrverein kaufte den Bootstrailer.

 

Der Verein Freiwillige Feuerwehr 1879 e.v. unterstützte uns 2011 auch bei weiteren Anschaffungen. Er finanzierte eine weitere Wärmebildkamera für unser LF 16/12, so dass wir auf beiden Löschfahrzeugen adäquat ausgerüstet sind. Es wurden Funktionswesten und Rettungstücher beschafft und die Sicherheitsbeklebung an unseren Fahrzeuge fortgeführt. Ich danke hier dem Verein und der Firma Sehring recht herzlich, ohne deren finanzielle Hilfe wir die Ausrüstung nicht so schnell hätten beschaffen können.

 

2011 führten wir den Austausch der Helme und der Einsatzkleidung auf den neusten Stand fort. Nach den Sturmeinsätzen beschafften wir weitere Motorsägen und neue Schnittschutzkleidung.

 

Es wurden neue Mehrfachmessgeräte beschafft die auch den Kohlenmonixid-Gehalt in der Luft bei Einsätzen messen können, um so unsere Einsatzkräfte vor dieser Gefahr zu schützen. Die Modernisierung unserer Atemschutzgeräte und der Chemikalienschutzanzüge wurde weiter durchgeführt. Nach Rücksprache mit dem Paul-Ehrlich-Institut wurden die abgelaufenen teuren Regenerationsgeräte gegen günstigere Langzeitatemschutz-geräte ausgetauscht, welche wir auch bei anderen Einsätzen besser einsetzen können.

 

Ein Schwerlastrettungstuch bis 400kg und ein neues Rauchabzugsgerät mit Leichtschaumaufsatz wurden angeschafft, nach dem wir bei mehreren Einsätzen feststellten, dass diese fehlen.

 

Im August 2011 blieb unser Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) mit einem Getriebeschaden liegen. Die Reparaturkosten lagen weit über dem Restwert des Fahrzeuges, so dass der Magistrat beschloss ein neues Fahrzeug zu beschaffen. Für die Übergangszeit bis zur Lieferung des neuen MTF konnten wir von der Feuerwehr Dreieich-Offenthal ein gerade ausgemustertes Fahrzeug kostengünstig übernehmen.

 

Wir werden auch weiterhin versuchen unsere Ausrüstung kontinuierlich zu verbessern  und auf einem für unsere Zwecke benötigten Maß zu halten.

 

Es hat sich aber gezeigt, dass wir für Einsätze, Ausbildung und die Jugendfeuerwehr dringend ein weiteres Löschgruppenfahrzeug benötigen.

 

Festgestellt haben wir auch, dass bei einer Feuerwehr wie der unseren Fahrzeuge mit teilweise 300 bis 400 Einsätzen im Jahr  keine 25 Jahre halten können. Bei uns bekommen manche Einsatzfahrzeuge so viele Kilometer und Betriebsstunden in einem Jahr auf den Zähler, wie bei anderen Feuerwehren nicht in 25 Jahren.

 

Unsere Hubrettungsfahrzeuge zum Beispiel rückten 2011 zu insgesamt 312 Einsätzen aus, hierbei wurden sie 188 mal eingesetzt. So konnten 36 Menschen-rettungen, 5 Brandbekämpfungen und 146 Hilfeleistungen mit ihnen durchgeführt werden.  Durch die Stürme kam es auch zu vielen zeitgleichen Einsätzen dieser Fahrzeuge. Teilweise hatten wir im Stadtgebiet gleichzeitig 5 Hubrettungs-fahrzeuge im Einsatz.

 

Seit über 50 Jahren hat die Stadt Langen 2 Hubrettungsfahrzeuge. Die Einsatzzahlen für diese Fahrzeuge steigen, in den letzten Jahren wurden mit ihnen unzählige Menschleben gerettet. Dieses Jahr hat wieder einmal gezeigt, dass wir auf solche Fahrzeuge nicht verzichten können.

 

Ausbildung

Auch im Jahr 2011 wurden viele Stunden in die Ausbildung investiert. So fanden 43 Ausbildungsabende und 6 Sonderaus-bildungssamstage  statt. Hierbei wurden 3982 Stunden erbracht. Die Zeiten der Unterrichtsvorbereitung wurden hier nicht mit gezählt, aber sicherlich wurden auch hier einige Stunden erbracht.

Zusätzlich zur Standortausbildung wurden 36 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene besucht, hierbei wurden 1316 Stunden investiert.

 

Mit den Feuerwehren Neu-Isenburg und Dreieich wurde wieder ein gemeinsamer Atemschutzgeräteträgerlehrgang II - CSA durchgeführt.

 

Die Anzahl der angemeldeten Lehrgänge lag deutlich höher als die Einberufungen. Leider bekommen wir nicht mehr Lehrgänge auf der Landesfeuerwehrschule in Kassel, gibt es hier doch einen Verteilerschlüssel, der die Flächenkreise bevorzugt und die Einsatzzahlen der Feuerwehren nicht berücksichtigt.

 

Brandschutzerziehung/

Brandschutzaufklärung

Alle Anfragen die uns zur Brandschutzerziehung erreichen können wir leider nicht erfüllen, hierzu fehlt uns das Personal, wird doch hier noch größten Teils ehrenamtlich gearbeitet.

 

Wie schon die letzten Jahre berichtet wäre hier die Stelle eines Hauptamtlichen zur Unterstützung der Ehrenamtlichen sinnvoll.

 

Im Jahr 2011 wurde in folgenden Einrichtungen eine Schulung durchgeführt:

 

►14 Kindergärten / 269 Kinder

►  2 Schulen / 75 Schüler

►  1 Schule für Kinder mit Behinderung /    

         12 Kinder

►  1 Veranstaltung für Senioren /

          22 Senioren

►  1 Veranstaltung für Schulhaus-

          Meister / 40 Personen

 

Hierzu wurden 142 Stunden aufgewendet.

 

Schön wäre es wenn wir für die Zukunft eine Feuerlöschersimulationsanlage bekommen könnten, da bei den Ausbildungen immer wieder das Gerät von anderen Feuerwehren ausgeliehen werden muss. Hier kommt es aber oft zu Termin- überschreitungen und das Gerät muss geholt und zurückgebracht werden. Nach Mühlheim und zurück sind da schnell 3 Stunden weg. Ein solches Gerät könnte dann auch zur Schulung des städtischen Personals und für Firmen genutzt werden.

 

Ich danke den Brandschutzerziehern für ihre geleistete Arbeit und hoffe, dass wir sie dementsprechend in Zukunft unterstützen können.

 

Brandschutztag

Der Brandschutztag fand am 28.August statt, 4 Tage nach unserem großen Unwetter. Wir hatten bereits in Erwägung gezogen den Tag der offenen Türe ausfallen zu lassen. Was aber dann geschah war mehr als beeindruckend.

Mehrere Bürger unserer Stadt hatten im Internet dazu aufgerufen der Feuerwehr für ihre geleistete Arbeit bei den Stürmen zu danken und uns am 28.August zu besuchen. Von Beginn an hatten wir ein volles Haus, die Bobbycarstrecke war rund um Uhr von Kindern belagert, Eltern und Freunde besichtigten unsere Feuerwache bei mehreren Führungen.

 

Leider konnten wir nicht alle Übungen zeigen, galt es doch noch 5 Einsätze an diesem Tag abzuarbeiten. Der Tag war ein voller Erfolg und wir hatten so viele Besucher wie schon lange nicht mehr. Die Resonanz war durchweg positiv.

 

Ich danke allen, die trotz der zahlreichen Einsätze vor dem Wochenende zur Durchführung und zum Gelingen des Brandschutztages beigetragen haben.

 

Brandsicherheitsdienst

Die Stadthalle läuft wieder auf Normalbetrieb und so hatten wir 2011 97 Brandsicherheitsdienste zu absolvieren. Hierbei wurde 997 Stunden geleistet.

Das Großevent Green + Blue an der Langener Kiesgrube wurde im Mai noch abgesagt. Ärgerlich war, dass wir bis dahin schon einiges an Vorarbeit geleistet hatten. In gewohnter Manier absolvierten wir das fürstliche Gartenfest in Schloss Wolfsgarten und die Gewerbeausstellung IGEVA. Außergewöhnlich dagegen war für uns der Aufwand bei den Konzerten im Innenhof von Schloss Wolfsgarten. Wegen drohender Unwetter schraubte der Kreis die Anforderungen nach oben und wir mussten neben einem Löschfahrzeug noch den Gerätewagen-Logistik mit Licht und den Einsatzleitwagen zur Koordinierung der anwesenden Rettungskräfte besetzen.

Auch in den kommenden Jahren ist mit einer Jahresleistung an Brandsicherheits-diensten von ca. 100 Veranstaltungen mit ungefähr 1000 Stunden zu rechnen.   

 

Vorbeugender Brandschutz

Gerade nach größeren Bränden und höherer Präsenz in den Medien, steigen die Anfragen aus der Bevölkerung.

 

Auf Grund der Lockerung einiger Baugesetze bezüglich des Brandschutzes, rufen uns immer wieder Architekten und Bauherren auf den Plan, die sich von der  Feuerwehr ihre Auflagen überprüfen lassen wollen. So haben wir im letzten Jahr 3 Drehleiterstellproben, 1 Zufahrtskontrolle und 6 Räumungsübungen in Schulen, Firmen und Kindergärten durchgeführt.

 

Trotz der Umstellung der Brandmeldeanlagen auf Digitalbetrieb und dem Auflaufen der Meldungen direkt zur Leitstelle, wurden die vor Orttermine nicht weniger.   So wurden zahlreiche Pläne und Schließungen überprüft, Schlüssel getauscht und Brandverhütungsschauen durchgeführt. Häufige Mieterwechsel oder der Personalwechsel der verantwortlichen Personen machen es uns fast unmöglich immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

 

Zusammenfassung der Gesamtleistung

Im Jahr 2011 wurden  insgesamt 32.149 Stunden erbracht, die sich wie folgt zusammensetzen:

 

►  8319 Stunden für Einsätze

►  3982 Stunden für interne Ausbildung

►  1316 Stunden für externe Ausbildung

►    997 Stunden für                    

               Brandsicherheitsdienst

►    804 Stunden für Bereitschaftswachen

►    694 Stunden für Unterweisungen/

               Brandschutzerziehung und den

               Tag der offenen Tür

►    120 Stunden für Integrationsarbeit,

               Mitgliedergewinnung und   

               Besuchergruppen ect.

►7093,5 Stunden für die Geräte- und

                Fahrzeugwartung

►8823,5 Stunden für die allgemeine

                Verwaltung

 

Dies sind 2647 Stunden mehr als 2010!

Nicht berücksichtigt sind hier die unzähligen Stunden von Kinder- und Jugendfeuerwehr, die rein ehrenamtlich geleistet werden.

 

Hierfür möchte ich aber den Verantwortlichen und Ausbildern der einzelnen Abteilungen recht herzlich danken, ohne ihre Arbeit wäre der für uns so wichtige Nachwuchs nicht zu gewinnen, zu halten und zu motivieren.

 

Resümee

2011 war das einsatzreichste Jahr in der Geschichte der Feuerwehr Langen. Viele Stunden mussten geleistet werden. Es ist aber auch 2012 damit zu rechnen, dass dies so weiter geht, hatten wir doch bereits schon am 01.01. einen schwierigen und zeitintensiven Großbrand zu absolvieren.

 

Ich danke Euch liebe Kameradinnen und Kameraden für den unermüdlichen Einsatz zum Wohle unser Mitbürger und unser Stadt.

 

Vielen Dank!

Ich ende mit unserem Leitspruch

Einer für alle, alle für einen.

 

Langen, 27.01.2012

Frank Stöcker

Stadtbrandinspektor

2011_Jahresbericht_SBI.pdf

 

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