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Jahresbericht 2013 des Stadtbrandinspektors

Beginnen möchte ich dieses Jahr mit einem Dank an alle unsere aktiven Feuerwehr-angehörigen, die sich bei uns engagieren.

In unserer heutigen schnelllebigen Zeit ist es nicht mehr selbstverständlich ein Ehrenamt auszuführen. So glauben doch viele Langener Bürger, Langen hätte eine Berufsfeuerwehr. Doch in Langen besteht eine Freiwillige Feuerwehr.

Einsätze

 

Im abgelaufenen Berichtsjahr 2013 wurde die Feuerwehr Langen zu 467 Einsätzen gerufen. Mit dieser Anzahl liegen wir in etwa auf dem Vorjahresniveau. Durchschnittlich können wir uns auf 500 Einsätze im Jahr einrichten. In Jahren mit Unwettern oder Stürmen kann sich diese Zahl jedoch auch schnell um 200 bis 300 Einsätze erhöhen, wie dies im Jahr 2011 geschehen ist.

Im Jahr 2013 hatten wir einige schwere und schwerwiegende Einsätze abzuarbeiten. Hinter jedem einzelnen Einsatz verbergen sich unterschiedliche Schicksale und Folgen für die Betroffenen. So entstand teilweise erheblicher Sachschaden, es gab Tote und Verletzte. Mehr dazu in den folgenden Aufzählungen.

Die Einsätze im Berichtsjahr gliedern sich wie folgt:

►  105 Bandeinsätze
►  280 Hilfeleistungen
►    82 Fehlalarme

Brandeinsätze

 

Die vorgefundenen Einsatzlagen bei den Bränden ergaben folgende Klassifizierung:

►   2 gelöschte Feuer bei Eintreffen
► 47 Kleinbrände A
► 40 Kleinbrände B
► 13 Mittelbrände
►   3 Großbrände

Gleich am 02.01.2013 kam es durch eine Kerze zu einem Wohnungs- und Dachstuhlbrand in der Walter-Rietig-Straße.  Es gab Verletzte und einen hohen Sachschaden.  Unterstützt wurden wir bei diesem Einsatz von der Feuerwehr Dreieich und der Feuerwehr Dietzenbach, die ein Notdach lieferte.

In der Nassoviastraße und dem Hochhaus Dieburger-Straße 1 gab es intensive Kellerbrände. Hier konnten einige Personen aus den brennenden Gebäuden gerettet werden. Die Feuerwehren aus Dreieich, Neu-Isenburg Egelsbach und Rödermark unterstützten uns bei diesen Einsätzen. Bei derartigen Bränden in großen Wohneinheiten ist es wichtig, dass rechtzeitig und umfangreich nachalarmiert und Hilfe von außen geholt wird, um die Einsatzlage adäquat bearbeiten zu können.

Im Achat-Hotel brannte ein Zimmer im 8. Obergeschoss. 21 Personen konnten rechtzeitig ins Freie gebracht werden. Bei diesem Einsatz gab es Probleme mit der hausinternen Alarmierung und dem nicht geschulten und unbeholfenen Personal.

Durch Brandstiftung kam es zu einem Großbrand bei der Möbelspedition Wagner in der Liebigstraße. Beim Eintreffen der Feuerwehr loderten die Flammen meterhoch in den Nachthimmel. Es brannten eine Halle und mehrere Sattelauflieger in voller Ausdehnung. Durch einen umfangreichen Brandangriff von mehreren Seiten konnten mehrere Fahrzeuge gerettet werden. Auch die Brandausbreitung auf zwei Wohnhäuser, ein Lager, eine Werkstatt und den Bauhof der Stadt Langen konnte verhindert werden.

Weil ein aufmerksamer Nachbar spät in der Nacht Brandgeruch bemerkte und die Feuerwehr rief, konnte ein Lagerhallenbrand in der Ohmstraße rechtzeitig gefunden und das Feuer gelöscht werden. Hoher Sachschaden wurde verhindert und der Betrieb vor dem sicheren Ruin bewahrt werden.

Die Feuerwehr Egelsbach konnten wir bei einem Wohnhaus- und Garagenbrand Im Kammereck unterstützen.

Es gab 2013 mehrere PKW-Brände. Zwei von Ihnen sollten aber in Erinnerung bleiben.  So verbrannte eine Frau in ihrem Fahrzeug auf der Autobahn A661, nachdem sie sich mit ihrem PKW überschlagen hatte. Auf der Bundesstraße B486 brannte ein gasbetriebenes Fahrzeug mit großem Feuerball  völlig aus.

In der psychiatrischen Abteilung des Krankenhauses zündete sich ein Patient in seinem Bett selbst an und erlitt Verbrennungen.

Auch im Wald waren wir im Jahr 2013 tätig. Es gab mehrere kleinere und größere Waldbrände und einen brennenden Waldarbeiterwagen.

Doch vor die größten Herausforderungen im Jahr 2013  stellte uns die Deutsche Flugsicherung.  Im März kam es in Folge von Dachsanierungsarbeiten zu einem Dehnungsfugenbrand, der uns zwei Tage beschäftigte. 

Es folgten mehrere Fehlalarme, bevor es im September in der Energiezentrale zu einem Kabelbrand mit Millionenschaden kam. Beim Eintreffen der Feuerwehr drang dichter Rauch aus allen Öffnungen. Eine Person konnte gerade noch mit tragbaren Leitern von der Feuerwehr gerettet werden, sie erlitt eine schwere Rauchvergiftung und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Folge des Brandes waren Ausfälle in der Energieversorgung des Campus und des Paul-Ehrlich-Instituts.

Im Dezember brannte es dann auf der Baustelle des neuen Technikzentrums. Brandursache waren hier Schweißarbeiten.

Bei allen Einsätzen auf dem Gelände der Deutschen Flugsicherung konnten Auswirkungen auf den Flugverkehr verhindert werden. Die Schäden konnten immer auf das beim Eintreffen vorgefundene Maß begrenzt werden. Trotzdem verursachten die Brände Schäden von mehreren Millionen Euro.

Bei den Brandeinsätzen 2013 wurde eine Person getötet und 22 Personen verletzt. 83 Personen konnten von der Feuerwehr gerettet werden. Nicht erfasst sind die zahlreichen  Personen, die ihre Wohnungen dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr noch unbeschadet verlassen konnten.

Leider zogen sich bei den Einsätzen auch vier Feuerwehrangehörige leichte Verletzungen zu.

Technische Hilfeleistungen

 

Die 280 Hilfeleistungen teilten sich wie folgt auf:

►  14 Amtshilfe für Polizei etc.
►    6 Gefahrguteinsätze
►  73 Ölspuren oder Auslaufen von   
            Betriebsmitteln
►    6 Sturm und Unwettereinsätze
►  18 Tiereinsätze
►  90 Einsätze zur Menschenrettung
            Türöffnung/Unterstützung  Rettungsdienst
►  28 Verkehrsunfälle
► 45  sonstige Hilfeleistungen

Bei den Hilfeleistungen konnten von uns 54 Personen gerettet werden. 83 Personen wurden bei diesen Einsätzen verletzt, 6 Personen konnten nur noch tot geborgen werden.

Im Laufe des Jahres kam es in unserem Einsatzgebiet zu vielen Verkehrsunfällen. Auf der A 661 lieferten sich Jugendliche an Ostern ein Autorennen und stießen bei Tempo 200 zusammen. Wie durch ein Wunder gab es nur Verletzte und keine Toten.

Einen Toten und mehrere Verletzte gab es bei einem Frontalzusammenstoß zweier PKW nahe der Feuerwache.

Ein Schwerpunkt bei den Hilfeleistungen lag 2013 wieder bei Patientenrettungen mittels Teleskopmast und der Drehleiter sowie der Unterstützung des Rettungsdienstes bei der Rettung schwergewichtiger Patienten.

Im Gleiskörper der Bahn wurden wir tätig als im Dezember mehrfach Gegenstände auf die Gleise gelegt wurden. Einen Unfall mit einem Flugzeug gab es im Berichtsjahr. Die Feuerwehr Langen eilte hier den Kollegen aus Egelsbach zur Hilfe musste aber nicht mehr tätig werden.

Auch Gefahrguteinsätze forderten uns 2013. Im Mai liefen bei Abrissarbeiten mehrere Liter Heizöl aus, da die Öltanks unsachgemäß mit einem Bagger aus dem Keller gehoben wurden. Bei den Bergungsarbeiten wurden dann noch mehrere Behältnisse mit Haushalts-chemikalien aller Art geborgen.

Bei der Firma Pfleiderer kam es ebenfalls zu einem Austritt von Heizöl. Nach einer Betriebsstörung liefen mehrere hundert Liter in die Kanalisation.

Ein gasbetriebener PKW war beim Tanken an der Tankstelle undicht geworden. Das Gas strömte laut zischend aus. Und bei der Deutschen Flugsicherung kam es zum Austritt einer Ammoniakwolke bei der  Stilllegung der Kältemittelanlage.

Im Oktober rammte ein unbekannter LKW ein mehrere Tonnen schweres Vordach. Dieses wurde erheblich beschädigt und drohte herabzustürzen. Mit Hilfe der Berufsfeuerwehr Offenbach konnte das Vordach demontiert werden.

Zweimal im Jahr 2013 kam es in Langen zu mehreren Stromausfällen. Dies hatte einmal zur Folge, dass in der Tiefgarage des Amtsgerichtes mehrere tausend Liter Wasser standen und abgepumpt werden mussten. Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, dass Stromausfälle insbesondere in Ballungsgebieten häufiger vorkommen können.

Wir sind bei Stromausfällen sehr anfällig und sie führen immer wieder zu Einsätzen für die Feuerwehr durch steckengebliebene Aufzüge, rauchende Stromerzeuger oder ausgefallene Ampeln. Es gilt sich auch für die Zukunft auf solche Störungen einzustellen und hier die nötige Vorsorge zu treffen.

Fehlalarme

 

Im Jahr 2013 gab es folgende Fehlalarme:

► 48 Brandmeldeanlagen
► 21 blinde Alarme
►   2 böswillige Alarme
► 11 Fehlfahrten in Bereitstellung

Mit den 82 Fehlalarmen ist ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Bei fast 500 Einsätzen ist der Anteil der Fehlalarme akzeptabel. Trotz der zahlreichen Fehlalarmmeldungen über die Brandmeldeanlagen wurden aber auch wieder 6 Feuer über diese Einrichtungen gemeldet.

So wurden das Feuer in der Psychiatrie und ein Brand bei der Deutschen Flugsicherung über die BMA gemeldet. In Langen sind mehrere tausend einzelne Rauchmelder  auf über 60 Brandmeldeanlagen aufgeschaltet, da sind 48 Fehlalarme nicht viel.

Hilfsfristen

 

Im Berichtsjahr gab es 278 Einsätze mit Dringlichkeit. Hierbei wurden nach den Auswertungen der Überschreitungen, z.B. ob der Einsatz in unserem Gebiet oder außerhalb liegt, oder wir auf den Hubschrauber warten mussten, 8 Über-schreitungen festgestellt. Das macht eine prozentuale Überschreitung von 2,88 % oder einen Erreichungsgrad unserer Ziele von 97,12 %.

Personal

 

Wir begannen das Jahr 2013 mit 98 aktiven Mitgliedern. Im Laufe des Jahres gab es    1 Übernahme aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Es kamen 5 neue Feuerwehrkameraden aus anderen Feuerwehren und 4 Seiteneinsteiger hinzu.  Dem standen 5 Austritte aus der Feuerwehr gegenüber. Dies ergibt zum 31.12.2013 einen Stand von 103 Mitgliedern in der Einsatzabteilung, davon 13 Frauen.

Habe ich letztes Jahr noch berichtetet, dass wir kurz vor den 100 aktiven Mitgliedern stehen, können wir heute erstmals in der Geschichte der Feuerwehr Langen von über 100 aktiven Mitgliedern sprechen.

Ausruhen dürfen wir uns aber weiter nicht.

Tagsüber fällt es zunehmend schwerer, Einsatzkräfte heranziehen zu können. Nur sehr wenige Kameraden haben einen Arbeitsplatz in Langen. So erreicht man zwischen 7:00 und 17:00 Uhr Schüler, Studenten, Schichtarbeiter und Kameraden, die frei oder Urlaub haben.

Um weiterhin einen kompletten Löschzug besetzen zu können, haben wir im Brandschutzbedarfs- und Entwicklungs-plan eine benötigte Mitgliederzahl von 136 Einsatzkräften errechnet. Dies bedeutet jedoch auch, dass für 136 Einsatzkräfte ausreichend Platz und Ausrüstung zur Verfügung stehen müssen. Die Ausstattung einer Einsatzkraft mit Schutzkleidung und –ausrüstung sowie einem Funkmeldeempfänger kostet im Moment ca. 2.500 €. Hinzu kommt dann noch die notwendige Ausbildung.

Wichtig ist es daher, das vorhandene Personal zu halten und zu motivieren. Im letzten Jahr wurde der Versicherungsschutz erhöht, Schwimm-badkarten gekauft und  eine Sporthalle für gemeinsamen Dienstsport organisiert. Auch wurde die Möglichkeit geschaffen, als aktive Einsatzkraft bevorzugt Kindergartenplätze zu belegen.

Was viele Bürger in Langen leider noch nicht richtig verstehen ist, dass wir kein Verein, wie z.B. ein Sportverein sind, in dem man sich einmal die Woche trifft. Die Freiwillige Feuerwehr ist eine verpflichtend vorzuhaltende städtische Einrichtung, in der sich Bürger ehrenamtlich und unentgeltlich, 24 Stunden am Tag und eben auch an Sonn-und Feiertagen zur Verfügung stellen. Sie engagieren sich dafür, ihre Mitmenschen zu retten und zu schützen und riskieren dabei selbst ihr Leben oder ihre Gesundheit.

Der Verein Feuerwehr Langen 1879 Langen e.V. wird in unterstützender  Funktion tätig, beispielsweise für die Entgegennahme von Spenden oder bei der Kameradschaftspflege. Der Verein unterstützt die Einsatzabteilung auch bei der Beschaffung von Ausrüstungen, was der Stadt bereits viel Geld gespart hat. Um diesen Unterschied zwischen kommunaler Einrichtung und privatem Verein deutlich zu machen, gilt es in Zukunft die Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern und Aufklärung zu betreiben.

Wichtig ist für uns weiterhin die Kinder- und Jugendarbeit, kommen doch mehr als die Hälfte unsere aktiven Mitglieder aus der Jugendfeuerwehr. Unsere Kinder und Jugendlichen sind hoch motiviert und werden perfekt auf die Arbeit in der Einsatzabteilung vorbereitet. Für die hier zusätzlich zum Ausbildungs- und Einsatzdienst geleistete, hervorragende Arbeit danke ich allen Verantwortlichen und Ausbildern. Vielen Dank.

Da wir tagsüber immer weniger freiwillige Kräfte zur Verfügung haben, benötigen wir weiteres hauptberufliches Personal. Dies haben wir in letzten Jahresberichten schon festgestellt. Aber auch hier mussten wir uns an den städtischen Einsparungen zur Kostensenkung beteiligen. Im vorletzten Jahr wurde eine Halbtagsstelle gestrichen und im letzten Jahr bekam ein in Vollzeit angestellter Mitarbeiter eine Arbeitszeitverkürzung auf 50 %, so dass wir jetzt nicht mehr Mitarbeiter sondern einen weniger haben.

Aufgrund der somit fehlenden Arbeitszeit konnten nicht alle anfallenden Arbeiten erledigt werden, weswegen wir den Einbau der neuen Funktechnik fremdvergeben mussten.

Da es in Langen kaum Arbeitsplätze für freiwillige Feuerwehrleute gibt, der Grundschutz aber weiter sichergestellt werden muss, gilt es in der Zukunft hier weitere Stellen zu schaffen.

Feuerwache

 

Die Feuerwache bleibt derzeit das große Problem. Im letzten Jahr kam es immer wieder zu diversen Störungen. Die Heizung war defekt, die Stromversorgung macht Ärger und die Zentrale steht bezüglich der elektrischen Auslastung kurz vor dem Kollaps.  Gelder für die Zentrale und die neue Stromzufuhr sind für das Jahr 2014 im kommunalen Haushalt veranschlagt, diese Arbeiten müssen schnellstens angegangen werden. Der Waschraum in der Herrenumkleide wurde im Dezember noch renoviert.

Das größte Problem bleibt aber die Platzproblematik im Bereich der Herrenumkleide. Es ist derzeit kein Spind mehr frei, neue Mitglieder müssen in die Fahrzeughalle ausweichen. Für die Unterbringung der gesamten Schutz-kleidung sind die Spinde zu schmal und es fehlt die Möglichkeit, eigene, saubere Kleidung unterzubringen. Es fehlt an Platz in der Verwaltung, Küche und Theke, sowie an Aufenthaltsräumen und Schulungsräumen. Dies stellte auch Landrat Oliver Quilling bei seinem Weihnachtsbesuch im Dezember fest.

Planungen für einen Erweiterungsbau gibt es bereits, der Antrag für einen Zuschuss beim Land wurde eingereicht. Ich hoffe, dass dieses Vorhaben dann auch in absehbarer Zeit umgesetzt werden kann.

Als sehr positiv erwies sich die Hoffläche. Haben wir schon kaum Unterrichts-möglichkeiten für die Theorie, so können wir doch bei der Praxis die Flächen gut nutzen. Teilweise können sich bis zu 4 Gruppen gleichzeitig für Einsatzübungen auf dem Gelände verteilen. Wir müssen daher nicht mehr so oft auf die Gelände von Schulen oder Firmen ausweichen – auch hier wird es zunehmend schwieriger, geeignete Objekte zu finden oder zu bekommen. In Zukunft wollen wir in Eigenregie weitere Möglichkeiten auf unserer Hoffläche schaffen, die eine realistische Einsatzsimulation ermöglichen.

Fahrzeug und Gerät

 

Im Frühjahr konnte nach erfolgter Ausschreibung und Auswertung das neue Tanklöschfahrzeug TLF 4000 bei der Firma Walser bestellt werden. Das Fahrzeug wird bis Ostern 2014 ausgeliefert.

Die Belastung aller Fahrzeuge bleibt bei konstant hohen Einsatzzahlen enorm, so dass auch im letzten Jahr einige Reparaturen an den Fahrzeugen durchzuführen waren. Betroffen waren hier vor allem das Löschgruppenfahrzeug       LF 16/12, die Drehleiter, das Tanklöschfahrzeug und das Klein-löschfahrzeug. Die Anfälligkeit der Schäden trifft meistens die Fahrzeuge, die mittlerweile schon zwischen 18 und 25 Jahre ihren Dienst versehen und häufig eingesetzt werden.

Unsere 11 Jahre alte  Dekontaminations-anlage wurde im Jahr 2013 im Werk umgebaut und gewartet. So ist sie jetzt auf dem neuesten und damit auf demselben Stand, wie die im letzten Jahr vom Land Hessen angeschafften Anlagen für den Katastrophenschutz.  Selbst der Bund beschaffte für seine Dekontaminations-fahrzeuge im letzten Jahr Schaum-desinfektionsanlagen, wie wir sie schon seit mehreren Jahren einsetzen.

Der Digitalfunk kommt langsam voran. So konnten wir im abgelaufen Jahr die digitalen Fahrzeugfunkgeräte und Handfunkgeräte einbauen und in Betrieb nehmen.  Wir befinden uns jetzt noch in der Probephase und müssen leider feststellen, dass noch nicht alles zufriedenstellend funktioniert. Hier besteht weiterhin Handlungsbedarf beim Land Hessen und dem Hersteller der Geräte. Die Alarmierung über digitale Funkmeldeempfänger wird frühestens 2015 erfolgen. Wir haben uns daher auch bei den Fahrzeugen entschieden, die alte analoge Funktechnik als Redundanz beizubehalten, bis der Digitalfunk richtig funktioniert. 

Für den ELW wurde ein neues Einsatzlaptop  und für die Programmierung der digitalen Funkgeräte ein neuer Computer beschafft.

Weiter erneuert wurde der Bestand der wasserführenden Armaturen wie Verteiler und Standrohre, da diese teilweise über 60 Jahre alt waren und ihren Dienst versagten.

Beschafft wurden auch neue Kanaldichtkissen und Gullyeier um die Ausbreitung von Gefahrstoffen besser verhindern zu können.

Immer häufiger müssen bei Einsätzen Türen geöffnet werden. Sicherheits-einrichtungen an Türen schützen die Bewohner, machen es der Feuerwehr aber teilweise unmöglich, Türen im Notfall zu öffnen. Aus diesem Grund wurden zwei neue Türöffnungsrucksäcke mit aktuellster Technik sowie ein hydraulischer Türöffner angeschafft.

Wie im Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan beschlossen, wurde auch 2013 die Ausrüstung für Katastrophen-, Unwetter- und Sturmeinsätze erneuert und erweitert. Es wurden mehrere Tauchpumpen und Rollwagen bestellt. Auch das neue TLF 4000 erhält Ausrüstung für Sturm- und Unwettereinsätze. Damit bleiben alle unsere Fahrzeuge universell einsatzbereit und es müssen keine Fahrzeuge extra für diesen Zweck beschafft werden.

Wichtig für die Einsatzbereitschaft ist es, unsere jetzige Ausrüstung auf einem aktuellen Stand zu halten. Unterstützt werden wir hier wie bereits erwähnt vom Verein der Freiwilligen Feuerwehr, der gemäß seiner Satzung die Aufgabe der Förderung und Verbesserung des Brandschutzes innehat. So beschaffte uns unser Förderverein im Jahr 2013 zahlreiche Gerätschaften:

Für das LF 8/6 wurde eine Wärmebildkamera beschafft, so dass nun auf allen Löschgruppenfahrzeugen dieselbe Wärmebildkamera vorhanden ist. Diese Anschaffung hat erheblich zum Schutz unserer Feuerwehrleute beigetragen.

Des Weiteren konnten von einer befreundeten Firma zwei Industrie-Tablet-PC‘s erworben werden. Direkt an der Einsatzstelle können so Datenbanken, z.B. für Gefahrstoffe oder mit Fahrzeugplänen bei Verkehrsunfällen abgerufen oder die Feuerwehrpläne wichtiger Objekte angeschaut werden.

Hinzu kamen noch eine Helmkamera, Übungspuppen, 3 Fernthermometer und mehrere Atemschutzholster.

Dies alles stellt eine erhebliche Verbesserung unserer Ausrüstung dar, für die die Stadt Langen kein Geld investieren musste.

Ausbildung

 

Heute wird eine Feuerwehr auch nach der Qualität ihrer Arbeit bewertet, die falsche Handhabung der Geräte könnte zu erheblichen Folgeschäden führen. Vor kurzem wurde ich von den Brandermittlern der Polizei gefragt ob wir etwas an unserer Taktik geändert hätten. Nach Wohnungs-bränden oder anderen Bränden würden sie kaum noch Löschwasser finden. Dies ist eine der Auswirkungen der Umstellung auf die neuen Hohlstrahlrohe und der dazu gehörenden Ausbildung.

Eine gute Ausbildung der eingesetzten Kräfte ist wichtig. Jedoch können die Einsatzkräfte nicht auf einmal die Vielzahl an Informationen und Ausbildungsinhalten aufnehmen. Aus diesem Grund müssen Schwerpunkte gesetzt werden. Bei uns wurden daher vor 5 Jahren die Standardeinsatzregeln für die Innenbrandbekämpfung und die Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen, dies sind die am häufigsten auftretenden Einsatzarten, eingeführt und seitdem stetig verbessert.

Um die Sicherheit unserer Atemschutzgeräteträger zu verbessern ist ein intensives Üben unabdingbar. So wird immer wieder die Handhabung der Atemschutzgeräte und das Verhalten und Vorgehen bei einem Atemschutznotfall und trainiert.

Entgegen des Landestrends konnten wir die letzten Jahre neue Leute für die Feuerwehr gewinnen. Neue Kameraden benötigen dann jedoch eine komplette Feuerwehrgrundausbildung. Auf Standort-ebene ist die entsprechende Ausbildung möglich, aber ausreichend Lehrgangsplätze  für Lehrgänge auf Kreisebene oder an der Landesfeuerwehrschule konnten uns nicht zur Verfügung gestellt werden. Dies fördert nicht gerade die Motivation unserer Mitglieder, will doch das Land Hessen das Ehrenamt stärken.

Im Jahr 2013 wurden von uns wieder viele Stunden in die Ausbildung investiert. Es fanden an 52 Tagen Ausbildungen statt. Hierbei wurden 4706 Stunden erbracht. Die Zeiten der Unterrichtsvorbereitung wurden hier nicht mit gezählt, aber sicherlich wurden auch hier viele Stunden erbracht.

Zusätzlich zur Standortausbildung wurden 34 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene besucht, hierbei wurden 1472 Stunden investiert. Dies ist weniger als die Hälfte der sonst besuchten Lehrgänge.  Der Bedarf und die Bereitschaft zur Lehrgangsteilnahme sind da. Hier muss der Kreisbrandinspektor in Zukunft beim Land Hessen mehr Lehrgangsplätze für den Kreis Offenbach einfordern. Die entgegen dem Landestrend steigenden Mitgliederzahlen bringen die Feuerwehr Langen nicht weiter, wenn die Ausbildung der Einsatzkräfte nicht gewährleistet werden kann.

Brandschutzerziehung/
Brandschutzaufklärung

 

Der letzte freiwillige Feuerwehrmann musste aus beruflichen Gründen seine Mitarbeit in der  Brandschutzerziehung aufgeben. Wir versuchen derzeit so viele

Termine wie möglich von den hauptberuflichen Kräften durchführen zu lassen. Dies kann aber bei weitem nicht den Bedarf decken. Wir haben in Langen über 20 Kindergärten und 10 Schulen, viele Firmen und andere Einrichtungen wie die Volkshochschule oder Seniorenheime, die nach Schulungen fragen.

Der Bedarf kann nur über weiteres Personal vollständig gedeckt werden.

Bevorzugt wurden bei der Brandschutzerziehung im Jahr 2013 Schulen und Kindergärten. Hierbei konnten an 24 Terminen 402 Kinder und Schüler geschult werden. Anfragen von Firmen konnten überhaupt nicht berücksichtigt werden.

Brandschutztag

 

Der Brandschutztag dient der Langener Bevölkerung, um sich über die Arbeit der Feuerwehr zu informieren und sich Feuerwache und Fahrzeuge anzusehen.

2013 hatten wir uns von der Feuerwehr Heppenheim einen Brandcontainer geliehen. Mit diesem zeigten wir, wie schnell ein Brand ausbrechen kann, wann ein Rauchmelder Alarm schlägt und wie die Feuerwehr einen Brand löscht. Trotz Regen war das Interesse groß und die Besucher kamen zahlreich.

Für den Brandschutztag wendeten wir ca. 780 Stunden auf.

Brandsicherheitsdienst

 

Im Jahr 2013 stellten wir bei 93 Brandsicherheitsdiensten das Personal in der Stadthalle und im Schloss Wolfsgarten.

Hierzu mussten von 187 Personen rund 770 Stunden aufgebracht werden.

6 Bereitschaftswachen an Christi Himmelfahrt, dem Ebbelwoifest und Silvester wurden durchgeführt.  Hierbei wurden 856 Stunden erbracht.

Es ist nicht immer leicht für jede Veranstaltung ausreichend Personal zu finden, denn auch freiwillige Feuerwehrleute wollen in Ihrer Freizeit mal feiern. Insbesondere an Tagen wie Silvester oder am Ebbelwoifest, also Tage an denen alle Langener Feiern gehen, wird oft vergessen, dass andere für die Sicherheit und den Brandschutz im Stadtgebiet sorgen.

Vorbeugender Brandschutz

 

In Langen wird gebaut und umgebaut; entsprechend viele Anfragen für automatische Brandmeldeanlagen erreichen uns. Seit Dezember 2013 haben sich aber die Aufschaltbedingungen für automatische Brandmeldeanlagen geändert. Der Kreis Offenbach ist jetzt Konzessionär und nicht mehr die Stadt.

Leider können beim Vorbeugenden Brandschutz des Kreises die Anfragen nicht so schnell bearbeitet werden wie gewünscht, da nur ein Mitarbeiter dafür zuständig ist. Immer wieder versuchen Firmen außerdem, den Kreis und die Feuerwehr gegeneinander auszuspielen, um schneller eine Anlage in Betrieb zu bekommen.

So wurden auch im Berichtsjahr wieder zahlreiche Termine mit dem Vorbeugenden Brandschutz des Kreises Offenbach vor Ort durchgeführt. Es gab einige Brandverhütungsschauen an denen wir teilnahmen, außerdem wurden Drehleiterstellproben und Räumungs-übungen in Firmen und Schulen durchgeführt.

Auch hier ist es nicht möglich an allen Terminen anwesend zu sein. Es können auch nicht alle Wünsche nach Räumungsübungen und Schulungen vor Ort erfüllt werden, hierfür fehlt einfach das Personal.

Interkommunale Zusammenarbeit

 

Die Zusammenarbeit der Feuerwehren untereinander funktioniert. So wurden 2013 in mehreren Treffen mit einigen Stadtbrandinspektoren des Kreises konkrete  Absprachen getroffen. Regelmäßige Treffen mit den Stadt- und Gemeindebrandinspektoren  der Nachbar-kommunen auf der B3-Schiene  werden ebenfalls durchgeführt. Hier gibt es gemeinsame Schulungen. Ersatzteile wurden getauscht, hiervon konnten die Feuerwehren insbesondere beim Einbau der Digitalfunktechnik profitieren. Hier geht unser Dank an die Feuerwehr Egelsbach, die uns diverse wertvolle Tipps und Material zu Verfügung gestellt hat.

Die Feuerwehr Neu-Isenburg holte für uns den Übungscontainer in Heppenheim und brachte ihn auch wieder zurück.

Erfreulich ist auch, dass es gelungen ist, den Kreiskleiderkammerverbund für weitere 5 Jahre von allen Kommunen des Kreises zu betreiben. Gewonnen hat die Ausschreibung unser  schon derzeitiger Lieferant Lion Apparel, mit dem wir sehr zufrieden sind.

Auch die Gespräche und Arbeitsgruppen zum Thema Atemschutz kamen zu einem Ergebnis. Da die Werkstätten im Kreis ordentlich geführt und auf einem guten Stand sind und doch recht viele Prüfungen im Kreis durchgeführt werden, macht es keinen Sinn, einzelne Werkstätten zu schließen. Vorteilhaft und ein großer Beitrag zur Sicherheit unserer Einsatzkräfte wäre es aber, wenn im Kreis Atemschutzgeräte nach einem einheitlichen Standard benutzt würden. So könnte man jederzeit Geräte und Ersatzteile tauschen und auch bei der Ausbildung würden identische Lerninhalte vermittelt. Hierzu werden in nächster Zeit Gespräche in der Arbeitsgruppe Atemschutz der Feuerwehren des Kreises  stattfinden.

Im Moment profitiert die Stadt Langen etwas mehr von der Zusammenarbeit mit anderen Kommunen. Im letzten Jahr  bekamen wir bei 12 Einsätzen Hilfe von anderen Feuerwehren, mussten selbst aber nur 4 mal zur Unterstützung in die Nachbarkommunen ausrücken.

Zusammenfassung der Gesamtleistung

 

Im Jahr 2013 wurden  insgesamt 27.745 Stunden erbracht, die sich wie folgt zusammensetzen:

►  5660 Stunden für Einsätze
►  4706 Stunden für interne Ausbildung
►  1472 Stunden für externe Ausbildung
►    770 Stunden für                    
                Brandsicherheitsdienst
►    856 Stunden für Bereitschaftswachen
►    820 Stunden für Unterweisungen/
                Brandschutzerziehung und den
                Tag der offenen Tür
►      50 Stunden für Integrationsarbeit,
                Mitgliedergewinnung und   
                Besuchergruppen etc.
►  6540 Stunden für die Geräte- und
                 Fahrzeugwartung
►   6871 Stunden für die allgemeine
                 Verwaltung

 

Dies sind weniger Stunden als 2012, was größtenteils an den geringeren Einsatzstunden und der geringeren Anzahl an Ausbildungsstunden durch fehlende Lehrgangsplätze liegt. Durch Stelleneinsparung bzw. Arbeitszeitre-duzierung im Bereich der Hauptamtlichen Kräfte kommt es auch hier erneut zu einer geringeren Zahl an Arbeitsstunden als noch im Vorjahr.

Resümee

 

Auch dieses Jahr konnten wir alle uns gestellten Aufgaben erfüllen. Doch die Stadt Langen wächst. Baukräne und Rohbauten im Norden, im Neurott, an der Mörfelder Landstraße und auf dem ehemaligen Pittlergelände kündigen die wachsende Infrastruktur an.

Dazu sind große Baugebiete am Belzborn und der Liebigstraße bis hin zur Elisabeth-

Selbert-Allee geplant, was zu steigenden Bevölkerungszahlen führen wird.

Nicht vergessen darf man dabei aber, dass auch die Feuerwehr den Anforderungen an den modernen und nachhaltigen Städtebau  angepasst werden muss. Dies gilt es beim nächsten Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan zu berücksichtigen. Hier müssen Gefahrenschwerpunkte und der daraus resultierende Bedarf neu ermittelt bzw. angepasst werden.

Ich danke Euch liebe Kameradinnen und Kameraden für den unermüdlichen Einsatz zum Wohle unser Mitbürger und unser Stadt und für die von Euch erbrachte Arbeit.

Vielen Dank!

Ich ende mit unserem Leitspruch
Einer für alle, alle für einen.

Langen, 31.01.2014
Frank Stöcker
Stadtbrandinspektor

 

 

2013 Jahresbericht Stadtbrandinspektor.pdf

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